Vermisstenfall Maddie McCann: Briten sauer! DARUM wüten sie gegen Maddies Eltern

11 Jahre Hoffen und Bangen: Der Fall der vermissten Madeleine McCann hält Großbritannien in Atem. Doch jetzt wird immer mehr Kritik an den Behörden laut - ebenso wie an den Eltern der seit 2007 vermissten Maddie.

Madeleine McCann wird seit fast 11 Jahren vermisst.   Bild: dpa

Wie viel ist ein Menschenleben oder die Suche nach ihm wert? Diese Frage erregt die britische Bevölkerung seit dem Verschwinden der damals drejährigen Maddie McCann in Portugal 2007. Jetzt kritisieren immer mehr Menschen die Kosten des Falls - und die überzogene Aufmerksamkeit, berichtet die britische Zeitung "The Sun".

Fall Maddie kostet schon 13,3 Millionen Euro

Die zuständigen Behörden haben gerade eine weitere hohe Summe für die Ermittlungen genehmigt - ohne die genaue Zahl zu veröffentlichen, weil man bereits mit Kritik aus der Bevölkerung rechnet. Es sollen aber laut "Sun" rund 150.000 britische Pfund sein, das sind rund 170.000 Euro. Insgesamt hat die Suche nach dem verschwundenen Mädchen, die im Mai 2011 von britischer Seite aus startete, bereits 11,5 Mio Pfund (13,3 Mio Euro) gekostet.

Kritik: Anstieg der Kriminalität, weil wegen Fall Maddie Polizisten fehlen

Das ist für viele Steuerzahler und Ex-Polizisten zu viel. Sie bemängeln, dass dieses Geld woanders fehlen könnte. Denn dazu ist außerdem ein Dokument aufgetaucht, dass einen Anstieg von bewaffneter Kriminalität in England zeigt - weil anderswo Polizisten fehlen und Stellen gekürzt werden, so der Vorwurf.

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Die Polizei gibt keine Informationen zu Maddie heraus

"Es hätte nie eine neue Anfrage nach einer Finanzierung gegeben, wenn es nichts mehr zu ermitteln gäbe", erklärte ein Sprecher von Scotland Yard. Die Polizei gibt jedoch aus taktischen Gründen keine Informationen zum Stand der Ermittlungen, um mögliche Verdächtige nicht zu alarmieren.

"Maddie verdient es gefunden zu werden - aber mein Sohn auch."

Besonders andere Eltern, deren Kinder ebenfalls vermisst werden, kritisieren den großen Aufwand und die Aufmerksamkeit des Falles. Kerry aus South York, deren Sohn Ben 1991 im griechischen Kos verschwand, sagte: "Maddie verdient es gefunden zu werden - aber mein Sohn Ben auch und wir hatten nicht so einen großen Anteil an Hilfe. Das tut weh." Paul Whinham, dessen Sohn vor zwei Jahren verschwand, ist ebenfalls sauer: "Überall sagt man uns, es gibt nichts mehr, was die Polizei tun kann - und dieser Fall bekommt das ganze Geld und die ganze Aufmerksamkeit." Ein anderer Vater hat seine Kritik in einem Brief an den Premierminister formuliert.

Maddies Familie hofft weiter

Maddies Familie glaubt weiter an einen Erfolg. Ein Freund der Eltern erklärt: "Sie haben bereits genug, womit sie klarkommen müssen und brauchen keine Hobby-Detektive, die keine Ahnung von dem Fall haben. Sie hoffen, dass die Kritik aufhört."

Die Suche nach Maddie McCann ist eine der größten und kostspieligsten Aktionen der britischen Polizei. Seit Mai 2011 haben die Ermittler über 40.000 Dokumente gesichtet und übersetzt und rund 600 Personen befragt, die angeblich mit dem Verschwinden von Maddie zu tun haben könnten.

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gma/jat/news.de

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