Vergewaltigung im Gladbach-Fanzug: Mutmaßlicher Täter war schon als Vergewaltiger verurteilt

In einem Sonderzug der Fans von Borussia Mönchengladbach soll es bei der Heimreise vom Auswärtsspiel gegen den FC Bayern zu einer brutalen Vergewaltigung gekommen sein. Das Opfer: eine 19-jährige Frau aus Bonn.

In einem Sonderzug der Fans von Borussia Mönchengladbach soll es zu einer Vergewaltigung gekommen sein. Bild: dpa

Schrecklicher Vorfall im Sonderzug der Fans von Borussia Mönchengladbach: Bei der Heimreise vom Auswärtsspiel gegen den FC Bayern München soll es zu einem brutalen Missbrauch gekommen sein. Bei dem Opfer soll es sich um eine 19-jährige Frau aus Bonn handeln, sagte ein Sprecher der Polizei. Nach einer zunächst erfolglosen Suche nach dem mutmaßlichen Täter, hat sich der Beschuldigte am Montagnachmittag (16.04.2018) bei der Polizei gemeldet.

Vergewaltigung im Gladbach-Fanzug: Frau soll auf Zugtoilette missbraucht worden sein

Wie die "Rheinische Post" berichtet, sollen die Eltern der jungen Frau den Vorfall am frühen Sonntagmorgen bei der Bundespolizei gemeldet haben. Der Zug fuhr während des Vorfalls gerade durch Hessen, heißt es weiter. Bei seinem nächsten Halt in der Nähe von Frankfurt seien bereits Beamte vor Ort gewesen, um die Frau zu zu dem Vorfall zu befragen.

Nach "Bild"-Informationen soll die junge Frau gegen 1 Uhr Nachts von ihrem Täter angesprochen worden sein. Nach einem kurzen Gespräch habe der Mann die 19-Jährige dann in die Toilette gedrängt, um sie dann zu vergewaltigen.

Polizei kontrolliert nach gemeldetem Sexualdelikt 750 Fußballfans

Wegen des gemeldeten Sexualdelikts in dem Sonderzug für Fußballfans hat die Polizei im Main-Taunus-Kreis die Personalien aller etwa 750 Passagiere festgestellt. Das Opfer wurde am frühen Sonntagmorgen von der Polizei in Flörsheim in Empfang genommen, befragt und in eine Wiesbadener Klinik gebracht. Die Staatsanwaltschaft Wuppertal übernahm die Ermittlungen.

Polizei bestätigt: Es gibt einen Verdächtigen

Von dem 30-Jährigen und seinem Opfer sei ein Foto im Zug gemacht worden, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums in Mönchengladbach am späten Sonntagabend. Das Foto wurde der Polizei demnach aber erst nach den Massenkontrollen an Bahnhöfen in Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen zugespielt. Die Personalien des Verdächtigen seien der Polizei bekannt.

Die "Bild"-Zeitung hatte zuvor über die Fahndung nach einem 30-jährigen Deutschen nach der mutmaßlichen Vergewaltigung auf einer Zugtoilette berichtet. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur handelt es sich um einen Deutsch-Polen, der auch beide Staatsbürgerschaften hat.

Mutmaßlicher Täter stellt sich der Polizei

Nach dem mutmaßlichen sexuellen Missbrauch an einer 19-Jährigen in einem Fan-Zug hat sich ein Verdächtiger gestellt. Der Mann meldete sich am Montag zum Haftantritt in einer Justizvollzugsanstalt in Nordrhein-Westfalen, wie ein Polizeisprecher sagte. Gleichzeitig habe sein Anwalt bei der Polizei angerufen und gesagt, dass sich sein Mandant zu der Tat in dem Zug nach dem Spiel Bayern München gegen Borussia Mönchengladbach äußern werde. Die "Bild" hatte zuerst berichtet. Der Mann habe eine Haftstrafe wegen Körperverletzung zu verbüßen, teilte die Polizei mit.

Der Tatverdächtige soll nun im Laufe des Tages befragt werden. "Wir wissen nicht, wie er aussagt, aber er hat ja gesagt, dass er sich äußern will", sagte ein Polizeisprecher am Dienstagmorgen. Das Opfer hatte noch aus dem Zug ihre Eltern informiert, ein weiterer Fan hatte zuvor ein Foto der beiden geschossen. Anhand des Bildes muss die junge Frau den Täter allerdings noch identifizieren.

Mutmaßlicher Vergewaltiger aus Fanzug wegen Vergewaltigung verurteilt

Der Mann, der in einem Sonderzug für Fußballfans eine junge Frau sexuell missbraucht haben soll, war bereits wegen einer Vergewaltigung rechtskräftig verurteilt. Die Ladung zum Haftantritt sei aber noch nicht erfolgt, sagte Staatsanwalt Benjamin Kluck am Dienstag in Mönchengladbach. Über die Verurteilung hatte zuvor die "Bild" berichtet.

Das Urteil gegen den Verdächtigen - eine Haftstrafe von drei Jahren und drei Monaten - erging demnach am 29. November vergangenen Jahres. "Der Umstand, dass es einen zeitlichen Verzug zwischen rechtskräftiger Verurteilung und Ladung zum Strafantritt gibt, ist grundsätzlich nichts Ungewöhnliches", sagte Kluck. Wie es sich in dem konkreten Fall verhalten habe, könne er nicht sagen. Das werde derzeit noch geprüft.

Justizbehörde räumt im Fall des Fanzug-Verdächtigen Fehler ein

Mittlerweile hat die zuständige Justizbehörde Fehler eingeräumt. "Nach vorläufiger Bewertung dieser Abläufe wurden bei der Bearbeitung der Akte durch das Amtsgericht falsche Prioritäten gesetzt", erklärte das Landgericht Mönchengladbach am Dienstagabend in einer ausführlichen Stellungnahme. Das Amtsgericht hätte die Akte bereits im Januar bei der Staatsanwaltschaft vorlegen legen sollen, um die Vollstreckung des Urteils zu ermöglichen. Die Prüfung von angemeldeten Anwaltskosten und auch die Bearbeitung eines Opferentschädigungsantrages hätten dagegen zurückgestellt werden sollen.

Das Amtsgericht Mönchengladbach hatte den Verdächtigen am 13. April 2016 wegen Vergewaltigung, Verwendens von Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen sowie Körperverletzung in zwei Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren und drei Monaten verurteilt. Das Landgericht bestätigte das Urteil auf Berufung des Verurteilten hin am 22. Mai 2017. Die dagegen eingelegte Revision des Verurteilten hat das Oberlandesgericht Düsseldorf mit Beschluss vom 29. November 2017 verworfen, hieß es.

Gladbachs Vereinsführung nach mutmaßlichem Missbrauch: "Schande"

Nach der mutmaßlichen Vergewaltigung in einem Fußball-Sonderzug mit Fans des Bundesligisten Borussia Mönchengladbach hat die Vereinsführung der Polizei ihre Hilfe angeboten. "Wenn wir als Verein in irgendeiner Form bei der Aufklärung der Tat mithelfen können, werden wir das selbstverständlich tun", teilte Borussias Geschäftsführer Stephan Schippers mit. "Das ist ein entsetzlicher Vorfall, den wir natürlich verurteilen." Es sei "eine Schande, dass Borussia mit einer solchen Tat in Verbindung gebracht wird".

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sba/news.de/dpa

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