Radfahrer auf Mallorca totgefahren: Porsche-Fahrerin (28) bekifft bei Unfall - 1 Toter, 8 Verletzte

"Das Monster kam von hinten", sagt der Reiseveranstalter. Ein deutscher Tourist stirbt auf Mallorca, als er von einer Sportwagenfahrerin auf einer Landstraße umgefahren wird. Die Ermittlungen ergeben: Die Fahrerin war bekifft.

Das Unfallfahrzeug und Rettungskräfte und Fahrzeuge der Ambulanz stehen am Unfallort. Bild: dpa

Der sportliche Höhepunkt seiner Mallorca-Reise ist für einen deutschen Radtouristen zur Tragödie geworden. Der Mann war am Donnerstag mit mehreren Mitstreitern eines Trainingscamps auf einer Landstraße unterwegs zum höchsten Berg der spanischen Urlaubsinsel, dem 1445 Meter hohen Puig Major - da wurde er von einer Sportwagenfahrerin von hinten erfasst und überrollt. Er hatte keine Chance. Im Krankenhaus in Manacor starb der Deutsche in der Nacht zum Freitag an seinen schweren Verletzungen.

Horror-Unfall auf Mallorca: 1 Toter, 8 Verletzte

Neben dem Todesopfer - zu dem bis zum Abend keine näheren Informationen bekannt wurden - wurden in der Nähe von Capdepera im Nordosten Mallorcas acht weitere Fahrer der deutschen Gruppe verletzt, zwei von ihnen schwer. Sie sind nicht die ersten Unfallopfer als Radtouristen auf der Insel.

Radsportler leben auf Mallorca und den anderen Balearen-Inseln nicht ungefährlich. Erst am Ostersonntag wurde auf Menorca ein Radler von einem Wagen überfahren und getötet. Auf den Balearen starben in den vergangenen Jahren bei ähnlichen Unfällen allein in der Radsport-Hauptsaison im Frühling bis zu sechs Menschen.

Spanierin Anais (28) fuhr den Unfall-Porsche

Das Unfallfahrzeug bei Capdepera wurde nach Polizeiangaben von einer Spanierin gesteuert. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, heißt die Fahrerin Anais und ist 28 Jahre alt. Sie ist Unternehmerin und Mutter einer sechsjährigen Tochter. Von Medien zitierte Augenzeugen versicherten, die 28-Jährige habe zu keinem Zeitpunkt gebremst und sei auf einer geraden Landstraße in ihrem SUV mit hoher Geschwindigkeit in die Gruppe gerast. Der Augenzeuge Juan Esteban sagte dem TV-Sender La Sexta: "Der Knall war erschütternd. Helme, Turnschuhe, Flaschen, Radteile und Reifen flogen durch die Luft."

Porsche-Fahrerin von Mallorca war bekifft

Die Polizei nahm nach eigenen Angaben Ermittlungen auf - und die Fahrerin zunächst in Gewahrsam. Ein erster Drogentest ergab, dass die Frau Cannabis konsumiert hatte - das Ergebnis müsse aber von einem Labor in Madrid noch bestätigt werden, hieß es. Die Unfall-Fahrerin wurde am Freitag unter Auflagen auf freien Fuß gesetzt.

Der Radsportverband appelliert an Autofahrer, gerade auch auf den vorwiegend sehr engen Straßen Mallorcas bei Überholmanövern einen Mindestabstand von 1,50 Meter zu Radfahrern einzuhalten. Das ist nicht immer möglich. Ein Busfahrer sagte jüngst dem "Mallorca Magazin": "Ich fahre regelmäßig nach Sa Calobra runter, zwölf Kilometer Serpentinen - da kann ich selten Radfahrer überholen. Das Einzige, was hilft, ist Geduld und nochmal Geduld."

Radfahrer-Gruppe kam jedes Jahr nach Mallorca

Die Radsport-Touristen waren aus verschiedenen Regionen Deutschlands angereist. Die "Mallorca Zeitung" schrieb, es handele sich um eine Gruppe von 30- bis 40-Jährigen, "die seit Jahren in derselben Besetzung" anreise, um an einem Trainingscamp teilzunehmen. Reiseveranstalter Hannes Blaschke sagte dem Blatt, die Fahrt zum Puig Major sei als Höhepunkt der Reise geplant gewesen. "Das Monster kam dann von hinten."

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fka/news.de/dpa

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