Mord in Kandel: Verdächtiger im Fall Mia unter 21 Jahre alt

Im Fall der getöteten 15-jährigen Mia aus dem pfälzischen Kandel hat es eine überraschende Wendung gegeben. Laut einem Gutachten soll der mutmaßliche Täter unter 21 Jahre alt sein. Demnach gelte für ihn das Jugendstrafrecht.

Der mutmaßliche Mörder der 15-jährigen Mia könnte nach Jugendstrafrecht verurteilt werden. Bild: Andreas Arnold/dpa

Ende 2017 erschütterte der Mord an der 15-jährigen Mia aus dem pfälzischen Kandel die Bundesrepublik. Nun gibt es eine überraschende Wendung: Laut einem Gutachten soll der mutmaßliche Täter jünger als 21 Jahre alt sein.

Mord in Kandel: Mutmaßlicher Täter laut Gutachten unter 21 Jahre alt

Der mutmaßliche Täter im Aufsehen erregenden Tötungsfall von Kandel ist älter als bisher angenommen, kann aber voraussichtlich nach Jugendstrafrecht verurteilt werden. Ein Sachverständiger stellte bei dem Ex-Freund des getöteten Mädchens Mia ein absolutes Mindestalter von 17 Jahren und sechs Monaten fest. Wahrscheinlich sei der afghanische Flüchtling aber etwa 20 Jahre alt, teilte die Staatsanwaltschaft Landau am Dienstag mit.

Der afghanische Flüchtling gilt dem Gutachten zufolge nicht als Erwachsener im strafrechtlichen Sinn. Bei der Untersuchung seien auch Röntgenaufnahmen von Hand, Gebiss und Schlüsselbeinen angefertigt worden.

Mordfall Mia erschüttert Deutschland

Mia wurde am 27. Dezember ineinem Drogeriemarkt in Kandel erstochen. Der mutmaßliche Täter war offiziellen Angaben zufolge bei der Tat ebenfalls erst 15 Jahre alt - der Vater des Opfers hatte Zweifel daran geäußert.

Der junge Mann war als Flüchtling nach Deutschland gekommen, sein Asylantrag wurde nach Angaben der Ermittler im Februar 2017 abgelehnt. Zugleich sei aber ein Abschiebungsverbot nach dem Aufenthaltsgesetz festgestellt worden.

Tatverdächtiger schweigt weiter zu den Vorwürfen

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft schweigt der Verdächtige weiter zur Tat und sitzt nach wie vor in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen. "Neben der Vernehmung von Zeugen dauert insbesondere die Auswertung der bei dem Beschuldigten sichergestellten Mobiltelefone an", erklärten die Ermittler.

Er war mehrere Monate mit der 15-Jährigen zusammen, bis diese Anfang Dezember Schluss machte und ihn Mitte Dezember anzeigte - wegen Beleidigung, Nötigung, Bedrohung und Verletzung persönlicher Rechte.

Lesen Sie auch: Obligatorische Altersfeststellung – Medizinische Altersprüfung bei jungen Flüchtlingen gefordert.

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jat/news.de/dpa

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