Oxfam: Sex-Skandal und Korruption bei Hilfsorganisation

Normalerweise gehen Katastrophenhelfer in ein Land, was Hilfe benötigt und helfen beim Wiederaufbau. Bei Oxfam hatte man ganz andere Vorstellungen von der benötigten Hilfe. Möglicherweise mussten auch Kinder leiden.

Die Bevölkerung von Haiti ist auf fremde Hilfe angewiesen. Bild: dpa

Sexparties statt Katastrophenhilfe: Mitarbeiter der Hilfsorganisation Oxfam sollen während ihres Einsatzes nach dem schweren Erdbeben in Haiti im Jahr 2010 Sexorgien mit Prostituierten veranstaltet haben. Das berichtete die britische Tageszeitung "The Times" am Freitag unter Berufung auf einen internen Untersuchungsbericht der Hilfsorganisation aus dem Jahr 2011.

Erste Festnahmen nach Sex-Orgien und Korruptionsvorwürfen bei Oxfam

Für die Hilfsorganisation Oxfam kommt es gerade knüppeldick: Nach dem Sexskandal in Haiti und dem Tschad ist nun der Präsident von Oxfam International verhaftet worden. Juan Alberto Fuentes Knight wurde am Dienstag in Guatemala festgenommen. Gegen den ehemaligen Finanzminister des mittelamerikanischen Landes wird wegen Korruption ermittelt.

"Wir kennen die formalen Vorwürfe gegen Fuentes Knight noch nicht", sagte Oxfams Exekutivdirektorin Winnie Byanyima. "Er hat Oxfam darüber unterrichtet, dass gegen ihn wegen einer Haushaltsbuchung der guatemaltekischen Regierung ermittelt wird, als er Finanzminister war. Fuentes Knight hat uns versichert, dass er bei den Ermittlungen stets kooperiert hat und dass er nicht gegen Regeln verstoßen hat."

Sexparties bei Oxfam

Oxfam bestätigte, dass mehrere Mitarbeiter unter anderem wegen sexuellen Fehlverhaltens, Mobbings und Einschüchterung entlassen wurden oder ihre Posten niederlegten. Darunter sei auch der Landes-Direktor. Das Verhalten sei "total inakzeptabel" gewesen, teilte die Hilfsorganisation mit Sitz in Oxford mit.

Dem "Times"-Bericht zufolge sollen die Orgien in einer von Oxfam angemieteten Villa stattgefunden haben. "Sie schmissen große Partys mit Prostituierten. Diese Mädchen trugen Oxfam-T-Shirts, rannten halbnackt herum", zitiert das Blatt einen Informanten, der ein entsprechendes Video gesehen haben will.

Prostitution in Haiti verboten

Dem Untersuchungsbericht zufolge könne "nicht ausgeschlossen werden", dass Kinder sexuell ausgebeutet wurden, berichtet die "Times". In Haiti ist Prostitution generell verboten. Zu Ermittlungsverfahren soll es laut Medienberichten aber nicht gekommen sein.

Oxfam teilte mit, aus den Vorfällen seien Konsequenzen gezogen worden, beispielsweise sei eine Hotline für anonyme Informanten eingerichtet worden. Wichtige Geldgeber wie die Europäische Union, die Weltgesundheitsorganisation und Agenturen der Vereinten Nationen seien in Kenntnis gesetzt worden.

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FOTOS: HaitiCare Wie Haiti geholfen werden kann

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koj/news.de/dpa

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