Erdbeben in Taiwan: Hotel eingestürzt! 12 Tote und über 270 Verletzte

Es ist ein gefährlicher Wettlauf mit der Zeit: In einem einsturzgefährdeten Hochhaus in Taiwan durchsuchen Helfer die Trümmer nach einer Familie aus China und einem Paar aus Kanada. Für zehn Opfer des Erdbebens kommt jede Hilfe zu spät.

Schaulustige versammeln sich vor dem nach einem Erdbeben eingestürzten und nun schief stehenden Yuntsui Building. Bild: dpa

Nach dem schweren Erdbeben in der taiwanischen Stadt Hualien ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens zwölf gestiegen. Die Leichen einer Frau und eines Mannes wurden am Donnerstag aus den Trümmern des "Yunmen Cuiti Building" geborgen, auf das sich die Rettungsarbeiten konzentrierten. Eine der Toten ist eine 28 Jahre alte Haushaltshelferin von den Philippinen, die in dem Hochhaus arbeitete.

Erdbeben in Taiwan: Retter suchen noch sieben Vermisste

Das zwölfstöckige Wohnhaus geriet nach dem Beben in der Nacht zu Mittwoch in gefährliche Schieflage, weil die untersten Etagen eingestürzt waren. Retter versuchten am Donnerstag, das Gebäude mit weiteren Stahlträgern zu stützen. Sieben Menschen wurden noch vermisst - eine chinesische Familie und ein Paar aus Kanada. Sie waren in einem Hotel im unteren Teil des Gebäudes untergebracht.

Wegen kleiner Nachbeben mussten die Retter immer wieder Pausen einlegen. Das Beben der Stärke 6,0 hatte an der Ostküste große Schäden verursacht. Mindestens 270 Menschen wurden verletzt.

Zahl der Toten steigt auf mindestens zwölf

Vor allem die Stadt Hualien wurde stark getroffen. Mindestens vier Gebäude stürzten dort ein. Eines der Opfer, ein 66-jähriger Mann, wurde in einem Wohnhaus gefunden, wie der Feuer- und Rettungsdienst Taiwans mitteilte. Eine 60-jährige Frau starb im eingestürzten Erdgeschoss des "Marshal Hotel", wo noch mindestens zwei weitere Menschen verschüttet seien. Zudem starben zwei Menschen in den Trümmern eines mehrstöckigen Wohnhauses.

Insgesamt wurden zunächst 62 Menschen vermisst. Wegen kleinerer Nachbeben mussten die Retter mehrfach Pausen einlegen. Das Erdbeben der Stärke 6,0 hatte in der Nacht zum Mittwoch an der Ostküste Taiwans erhebliche Schäden verursacht. Auf Twitter verbreitete Fotos zeigten aufgerissene Straßen. Über 40.000 Haushalte waren zeitweise ohne Strom oder Wasser.

Beben hatte Stärke von 6,4

Das Beben hatte nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS eine Stärke von 6,4 und ereignete sich nach Ortszeit am Dienstag kurz vor Mitternacht (MEZ 16.50 Uhr). Bei einem Erdstoß mit ähnlicher Stärke vor zwei Jahren waren in Taiwan mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen. Mehrere Hochhäuser waren eingestürzt. Die Behörden machten Pfusch am Bau und nicht eingehaltene Vorschriften zum Erdbebenschutz mitverantwortlich.

In der Nähe von Taiwan treffen zwei tektonische Platten aufeinander, auf der Insel bebt immer wieder die Erde. Ein Beben der Stärke 7,3 erschütterte Taiwan im September 1999. Damals starben dort mehr als 2400 Menschen.

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sba/news.de/dpa

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