Angst vor Überfremdung: Neumünster-"Bürgerwehr" fordert "Zwangsgebühr für Ausländer"

In Schleswig-Holstein geht die Angst vor Überfremdung um - zumindest beim "Bund wehrhafter Neumünsteraner". Die Gruppierung fordert nun in einem Brief eine "Zwangsgebühr für neugeborene Ausländer" und Kopftuchverbote.

Ein rassistischer Hetzbrief vom "Bund wehrhafter Neumünsteraner" wird zum Fall für die Polizei - auch wenn sich das Grüppchen angeblich bereits aufgelöst hat (Symbolbild). Bild: Felix Kästle / picture alliance / dpa

Aus angeblicher Angst vor Überfremdung schießen rassistische Gruppierungen allerorts aus dem Boden - auch in Neumünster in Schleswig-Holstein hat sich eine selbsternannte Bürgerwehr gegründet und den Namen "Bund wehrhafter Neumünsteraner" verpasst. Das Grüppchen, das dem Portal "Bento" zufolge rund 50 Mitglieder haben soll, wagte sich jetzt mit einem wütenden Brief an die Öffentlichkeit - die Forderungen darin sind jedoch haarsträubend.

Rassismus in Schleswig-Holstein: "Bund wehrhafter Neumünsteraner" fordert Gebühr für "neugeborene Ausländer" und Kopftuchverbot

Um das norddeutsche Neumünster vor Überfremdung zu schützen, soll in der 79.000-Seelen-Gemeinde nicht nur ein Kopftuch-Verbot hängt werden, auch "Zusammenrottungen von Ausländern" seien umgehend aufzulösen. Doch damit nicht genug: Der "Bund wehrhafter Neumünsteraner" fordert weiterhin, eine "Zwangsgebühr von 400 Euro für neugeborene Ausländer" zu erheben. Darüber hinaus will sich die Gruppierung Waffen besorgen, um für einen nicht näher definierten "Notfall" gerüstet zu sein - und das auf dem legalen Weg.

Hetzbrief an Politiker geschickt - Staatsschutz ermittelt

Diese und weitere Forderungen schickte die Bürgerwehr vor einigen Tagen nicht nur an Politiker der Ratsversammlung, sondern auch regionale Medien. Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten: Volker Andresen von der SPD stellte Strafantrag, inzwischen laufen sowohl beim Staatsschutz als auch der Polizei Ermittlungen gegen die Verfasser des rassistischen Hetzbriefes.

"Bund wehrhafter Neumünsteraner" hat sich wieder aufgelöst

Ob diese strafrechtlichen Konsequenzen bei den Rassisten aus Neumünster einen Sinneswandel ausgelöst haben? Inzwischen hat sich das Grüppchen nämlich in Wohlgefallen aufgelöst, wie bei den "Kieler Nachrichten" zu lesen ist. Der "Bund wehrhafter Neumünsteraner" habe sich in einem weiteren Brief von den anfänglichen Äußerungen distanziert und sich praktisch selbst aufgelöst. Mit den Forderungen in dem ersten Schreiben habe man lediglich "wachrütteln" wollen, doch die einstmals 50 Mitglieder der Vereinigung seien vielmehr an einem "friedlichen, weltoffenen Neumünster" interessiert, heißt es.

Auch interessant: Neue Nazi-Vorwürfe! Wie rassistisch ist Donald Trump wirklich?

Folgen Sie News.de schon bei Facebook, Google+ und Twitter? Hier finden Sie brandheiße News, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

loc/koj/news.de

Empfehlungen für den news.de-Leser