‪Lawinengefahr aktuell: Extremer Schneefall! Ausnahmezustand in den Alpen

In den Alpen wächst die Schneedecke fast unaufhörlich. Die Lawinengefahr ist in Teilen der Schweiz inzwischen extrem hoch. Zermatt ist eingeschneit. Auch in St. Anton und Ischgl in Österreich ist die Lage schwierig.

Die Straße von Täsch nach Zermatt (Schweiz) ist wegen Lawinengefahr gesperrt. Der Wintersportort Zermatt in der Schweiz ist nach ergiebigen Schneefällen erneut nur noch aus der Luft erreichbar. Bild: dpa

In den österreichischen und Schweizer Alpen ist durch die anhaltenden Schneefälle die Lawinengefahr noch einmal deutlich angestiegen. In weiten Teilen der Schweiz wurde die höchsteLawinenwarnstufe ausgerufen. Seit dem Lawinenwinter 1999 habe es nichts Vergleichbares gegeben, sagte eine Sprecherin des Schweizer Wetterdienstes. "Man muss verbreitet in der Schweiz mit großen Lawinen rechnen", sagte Christine Pielmeier vom Davoser Schnee- und Lawinenforschungsinstitut (SLF) im Schweizer Rundfunk. "Heute ist die heikelste Phase, Entspannung erwarten wir eigentlich erst im Laufe des Dienstags."

Auch für den Westen Österreichs wird am Montag mit der höchsten Warnstufe gerechnet. Es sollen bis dahin weitere 50 bis 100 Zentimeter Schnee fallen. Viele Straßen sind gesperrt, manche Orte wegen der Lawinengefahr nicht erreichbar. "Die Lawinen können sehr weit vorstoßen, warnte das SLF. "Exponierte Siedlungen sowie Verkehrswege sind mehrheitlich gefährdet." Von Schneesport abseits gesicherter Pisten werde "dringend abgeraten".

Lawinengefahr aktuell: Touristen in Zermatt eingeschneit

Das gilt auch für die Region um Zermatt. Der Touristenort am Fuße des Matterhorns ist seit Sonntag wegen Lawinengefahr praktisch von der Außenwelt abgeschnitten. Die Zufahrtsstraße wurde gesperrt, der Bahnverkehr eingestellt. Ein Helikopter-Shuttle konnte wegen des schlechten Wetters nur einige Gäste, die abreisen wollten, ausfliegen. Viele Bergbahnen stellten ihren Betrieb ein, so dass nur wenige Pisten offen waren.

Das Tourismusbüro tröstete die Gäste mit Verweis auf die möglichen anderen Aktivitäten. Es gebe eine Indoor-Kletterhalle, ein Kino, das Matterhornmuseum und die Möglichkeit, Billard zu spielen, sagte eine Sprecherin. Im Ort sind momentan etwa 9000 Touristen. Zermatt war bereits in der ersten Januarwoche für einige Tage von der Außenwelt isoliert.Es ist unklar, wann sich die Situation wieder normalisiert. Die Lawinenkommissionen beraten, was zu tun ist.

St. Anton und Ischgl: Tausende Touristen eingeschneit

Auch in Österreichist die Lage schwierig. In St. Anton und im Paznauntal mit dem Wintersportort Ischgl sind ebenfallsTausende Touristen eingeschneit. St. Anton kann derzeit weder über Straßen noch per Bahn erreicht werden. In der Region herrschte am Sonntagabend Lawinenwarnstufe vier, die zweithöchste Stufe.Sämtliche Loipen waren gesperrt. Auch das Paznauntal war nicht mehr über Straßen erreichbar.

In Österreich waren viele Bahnstrecken wegen Lawinengefahr gesperrt. Dazu zählt auch die Verbindung zwischen Landeck in Tirol und Bludenz in Vorarlberg. Das bedeutete, dass alle Bahnreisenden zwischen der Schweiz und Österreich auf diesem Streckenabschnitt auf Busse ausweichen mussten. Die ÖsterreichischenBundesbahnen (ÖBB) wollten für betroffene Kunden im Bedarfsfall Ersatzquartiere bereitstellen.

Stornierung und Schadenersatz wegen Extremwetter? Was Urlauber jetzt wissen müssen

Wer sein Hotel oder eine Ferienwohnung wegen gesperrter Straßen nicht erreichen kann, ist auf die Kulanz des Hoteliers oder Vermieters angewiesen, erklärt der Reiserechtsexperte Paul Degott aus Hannover. Rein rechtlich sei der Urlauber dazu verpflichtet, das Zimmer zu bezahlen. Denkbar sind aber Sonderregeln wie Gutscheine.

So gilt etwa bei den rund 1400 Mitgliedern der Österreichischen Hotelvereinigung: Kann der Gast zum Beispiel wegen starkem Schneefall unmöglich anreisen, ist er nicht verpflichtet, "das vereinbarte Entgelt für die Tage der Anreise zu bezahlen". Außergewöhnliche Umstände seien jedoch kein Grund für eine kostenlose Stornierung, wenn die Anreise innerhalb von drei Tagen wieder möglich ist. Und: Trifft der Hotelier Sondervereinbarung mit dem Gast, gelten diese.

Wurde der Skiurlaub samt Anreise bei einem Veranstalter gebucht, kann der Reisende dagegen vor Abreise den Vertrag wegen höherer Gewalt kündigen, wenn der Wintersportort nicht erreichbar ist. Er bekommt dann das Geld für die Reise zurück. Schadenersatz gibt es aber nicht.

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mag/kad/news.de/dpa

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