9.000 Urlauber in Zermatt eingeschneit: Lawinen-Alarm in Bayern, Tirol und der Schweiz! 5 Verschüttete gerettet

Wintersportler finden im Schweizer Dorf Zermatt traumhafte Bedingungen vor - doch jetzt wurde dem Ort massiver Schneefall zum Verhängnis. Aufgrund von Lawinengefahr wurden Straßen gesperrt. In Bayern kam es unterdessen zu zwei Lawinenabgängen.

Zermatt in der Schweiz verzeichnet aktuell enorme Schneemengen - wegen Lawinengefahr wurden Zufahrtsstraßen gesperrt, rund 9.000 Feriengäste sitzen in dem Ort fest. Bild: Philippe Mooser / Keystone / picture alliance / dpa

Der Wintersportort Zermatt in der Schweiz ist nach ergiebigen Schneefällen erneut weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten. Der Zugverkehr sei wegen der Lawinengefahr eingestellt worden, sagte ein Sprecher der Matterhorn Gotthard Bahn am Sonntag. Bis wann die Sperre der Bahnlinie und auch der Zufahrtsstraße dauern werde, sei noch unklar. "Es sind neue Schneefälle angekündigt." Die einzige Möglichkeit, den Ort zu verlassen, bestand zwischenzeitlich per Helikopter. Betroffen von der Sperre sind nach Angaben des Tourismusbüros unter anderem die 9.000 Gäste im Ort.

Zermatt nach Schneefällen von Außenwelt abgeschnitten - 9.000 Urlauber eingeschneit

Seit Sonntagmittag hatte Air Zermatt Shuttle-Flüge zwischen Zermatt und dem sechs Kilometer entfernten Täsch eingerichtet. Laut Gemeinde waren die Tickets für Sonntag für den Abflug in Zermatt schon nach kurzer Zeit ausverkauft. Fotos zeigten lange Warteschlangen am Startplatz. Nach kurzer Zeit mussten diese Flüge wegen des schlechten Wetters aber eingestellt werden. Anreisende Gäste wurden gebeten, deutlich vor Zermatt eine Unterkunft zu suchen.

Bei der jüngsten Sperre von Straße und Bahn in der zweiten Januarwoche hatte Air Zermatt nach eigenen Angaben 2.200 Gäste, Einheimische und Angestellte von oder nach Zermatt geflogen. Außerdem wurden 67 Tonnen Güter transportiert.

Bergbahnen geschlossen, Pisten dicht! 3 Meter Schnee in Zermatt

Laut Website der Gemeinde wurden am Sonntag fast alle Bergbahnen wegen der Lawinengefahr geschlossen. Von den 360 Pistenkilometern seien nur 14 Kilometer befahrbar, hieß es. Im Tal liegen fast zwei Meter Schnee. Auf den Bergen rund um den bekannten Skiort türmen sich die Schneemassen auf mindestens drei Meter Höhe.

Lawinen-Gefahr in der Schweiz: Beliebter Wintersportort Zermatt in Gefahr

Die Behörden hatten nach erneuten ergiebigen Schneefällen in Teilen der Schweiz die zweithöchste Lawinenwarnstufe ausgerufen. Es wird damit gerechnet, dass im Wallis sogar die höchste Gefahrenstufe erreicht wird. Es wäre das erste Mal seit 1999.

Zermatt liegt am Fuß des weltberühmten Matterhorns auf gut 1.600 Metern Höhe. In der Skisaison 2016/17 verzeichnete das Gebiet1,16 Millionen Übernachtungen - zumeist von Gästen aus der Schweiz, Deutschland, Großbritannien und den USA. Das 5.500-Einwohner-Dorf hat etwa 13.500 Betten in Hotels und Ferienwohnungen.

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Drei Lawinenabgänge in Oberbayern - Fünf Verschüttete gerettet

Bei drei Lawinenabgängen sind in Oberbayern am Sonntag fünf Menschen verletzt worden. Ein Teil von ihnen konnte sich selbst retten, den weiteren half die Bergwacht, wie die Polizei mitteilte. Alle Betroffenen kamen zunächst in medizinische Behandlung. Ob und wie schwer sie verletzt wurden, war zunächst unklar. Laut Polizei vermuteten die Retter am späten Nachmittag keine weiteren Personen mehr unter den Lawinen.

Nach starkem Schneefall in der Nacht zuvor waren im Lauf des Sonntags sowohl am 1.808 Meter hohen Geigelstein in den Chiemgauer Alpen als auch am 1.619 Meter hohen Brünnstein im Mangfallgebirge und dem Zwiesel (1348 Meter) nahe Bad Tölz Schneemassen in Richtung Tal gestürzt. Laut Warndienst herrscht in den gesamten bayerischen Alpen derzeit erhebliche Lawinengefahr.

St. Anton in Tirol wegen Lawinengefahr abgeschottet

Wegen hoher Lawinengefahr ist St. Anton am Arlberg im österreichischen Tirol nur noch sehr eingeschränkt erreichbar. Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) stellten laut der österreichischen Nachrichtenagentur APA am Sonntag den Zugverkehr in den Wintersportort ein. Die Behörden sperrten zudem sämtliche Zufahrtsstraßen.

Anders als im Schweizer Wintersportort Zermatt, der am Sonntag erneut nur noch aus der Luft erreichbar war, konnten Menschen in St. Anton den Ort zumindest noch verlassen. In einzelnen Zeitfenstern war eine Ausreise für Privatfahrzeuge mit Schneeketten und ausgewählte Busse möglich. Die Streckensperrungen sollten zunächst bis mindestens Montag dauern. Die ÖBB und der Tourismusverband Tirol West stellten Reisenden Ersatzunterkünfte bereit.

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loc/news.de/dpa

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