17.01.2018, 15.12 Uhr

Schulbus-Unfall in Eberbach: Ursachensuche und Zeugenbefragungen - Wieso krachte der Bus in die Hauswand?

Warum kam der Schulbus in Eberbach von der Straße ab und prallte fast ungebremst gegen eine Häuserfassade? Diese Frage wollen Ermittler in Baden-Württemberg klären. In Krankenhäusern werden unterdessen Dutzende Verletzte weiter gepflegt - darunter sind viele Kinder.

Der Bus-Unfall von Eberbach, bei dem mehr als 40 Personen - der Großteil von ihnen Kinder im Alter von 9 bis 15 Jahren - verletzt wurden, wirft viele Fragen auf. Bild: Uwe Anspach / picture alliance / dpa

Nach dem schweren Schulbus-Unfall in Eberbach bei Heidelberg mit mehr als 40 Verletzten ist die Ursache des Unglücks noch unklar. Die Behörden wollen nun unter anderem wissen, warum der voll besetzte Bus in einer abschüssigen leichten Linkskurve von der regennassen Fahrbahn abkam. Dazu hatten Experten des Verkehrskommissariats Heidelberg am Dienstag Untersuchungen am Unfallort aufgenommen. Fachleute prüfen zudem nach Angaben der Polizei, ob das Gebäude, in das der Bus krachte, einsturzgefährdet ist.

Untersuchungen am Unfallort in Eberbach und Zeugenbefragungen - Busfahrer zu schwer verletzt für Vernehmung

Nach dem Schulbus-Unfall mit fast 40 verletzten Kindern in Baden-Württemberg haben erste Ermittlungen noch kein klares Bild der Ursache ergeben. "Der Sachverständige hat sich den Bus angeschaut und der Busfahrer sollte noch am Mittwoch befragt werden", sagte Polizeihauptkommissar Christoph Kunkel über den Unfall von Eberbach.

Auch erste Zeugen seien gehört werden - wegen der Vielzahl werde das "eine ganze Weile dauern", sagte Kunkel. Verlässliche Angaben über eine mögliche Ursache könnten die Behörden noch nicht machen.

Der 55 Jahre alte Busfahrer war schwer verletzt worden. Sechs Kinder erlitten ebenfalls schwere Verletzungen. Am Dienstag hatte die Polizei Lebensgefahr bei ihnen nicht ausgeschlossen. Am Mittwoch gab es zum aktuellen Gesundheitszustand der Verletzten zunächst keine neuen Informationen. Die Kinder in dem Bus waren 9 bis 15 Jahre alt.

Das Busunternehmen hatte mitgeteilt, dass das Fahrzeug vor drei Wochen den gesetzlichen Bestimmungen nach überprüft worden sei. Ob es technische Probleme gegeben habe, müsse eine Untersuchung zeigen, sagte ein Sprecher der Firma. Den Fahrer bezeichnete sein Arbeitgeber als erfahren.

40 Verletzte von Busunfall in Eberbach in Kliniken behandelt

Die Verletzten werden weiter in Krankenhäusern gepflegt. Sie waren unter anderem mit Rettungshubschraubern zu Kliniken in Mannheim (Baden-Württemberg), Ludwigshafen (Rheinland-Pfalz) und Gießen (Hessen) gebracht worden. Unter den Schwerverletzten waren auch mehrere Kinder - die Polizei hatte bei einigen von ihnen Lebensgefahr nicht ausgeschlossen.

Nach Schulbus-Unfall in Eberbach: Experte fordert mehr Sicherheit für Stehende

Nach dem Schulbus-Unfall mit mehr als 40 Verletzten in Eberbach bei Heidelberg fordert ein Fachmann mehr Sicherheitsvorkehrungen in den Fahrzeugen. "Aktuell ist die Buskonstruktion selbst das Problem. Für Stehende gibt es keine Gurte", sagte Johannes Hübner, Sicherheitsexperte beim Internationalen Bustouristik-Verband, am Mittwoch im Radioprogramm SWR Aktuell. Demnach müssen die Sitzplätze in Reisebussen seit 1999 in Deutschland mit Gurten ausgestattet sein. In Linienbussen gilt bis auf die erste Reihe keine Anschnallpflicht.

Die Industrie arbeite bereits an Lösungen, damit Stehen im Bus sicherer werde, sagte Hübner. "Das könnte dann so aussehen, dass man als Fahrgast wie vor einer Art gepolsterter Bügelbretter steht, die senkrecht aufgestellt sind." So könnten drei Fahrgäste pro Seite und sechs in einer Reihe Platz finden und sich im Stehen anschnallen. Das habe auch Nachteile: "Der Fahrgastwechsel dauert natürlich länger, es müsste Platz für das Gepäck geschaffen werden, und wie groß die Akzeptanz bei Reisenden auf der Kurstrecke ist, ist auch fraglich." Der Experte geht davon aus, dass diese Busse nach Tests und den notwendigen Zulassungen frühestens in fünf Jahren auf den Straßen unterwegs sein werden.

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loc/news.de/dpa

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