Sturmtief "Burglind": Hochwasser-Alarm in Köln! Orkantief fegt über Deutschland

Wegen des Tiefs "Burglind" peitschen orkanartige Böen über viele Landesteile. Am Morgen gab es amtliche Unwetterwarnungen im Westen und auch erste Verkehrsbehinderungen. Am Vormittag dürfte der Süden betroffen sein. Zudem steigt die Hochwassergefahr. Alle Infos zur aktuellen Unwetterwarnung im Januar 2018 lesen Sie hier.

Das neue Jahr startet mit Unwetter. Bild: Fotolia/trendobjects

Orkanartige Böen sind am Mittwochmorgen mit mehr als 120 Kilometern pro Stunde über den Westen Deutschlands gefegt. In Nordrhein-Westfalen kam es zu vielen Verkehrsbehinderungen durch Tief "Burglind". Laut Polizei standen etwa Straßen in Essen und Mülheim unter Wasser, Gegenstände flogen umher.

Ein umgestürzter Baum blockierte die wichtige Regionalbahnlinie zwischen Aachen und Düsseldorf. Auch auf den Autobahnen A44 zwischen Jülich und Aldenhoven und auf der A59 bei Duisburg kam es laut WDR und Radio Duisburg zu Behinderungen. Auf der A44 stürzte ein Hochsitz auf die Fahrbahn. Die Polizei in NRW bat Autofahrer, besonders vorsichtig zu fahren.

Unwetterwarnung im Januar 2018: Sturm und Unwetter drohen

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte vor umherfliegenden Gegenständen und umstürzenden Bäumen. "Die Böden sind durch den Regen der vergangenen Tage durchnässt, Bäume kippen leichter um", sagte der DWD-Meteorologe Robert Hausen in der Nacht zum Mittwoch. Vor allem in Wäldern solle man sich am Mittwoch lieber nicht aufhalten.

Eine Kaltfront mit heftigen Winden, kräftigem Regen und möglichen kurzen Gewittern sollte vom Westen aus über Deutschland ziehen. Ab vier Uhr waren auch im Saarland und Rheinland-Pfalz orkanartige Böen zu erwarten. Das Ganze sollte laut Hausen "rasend schnell" vorbeigehen. "Es gibt kurze, heftige Böen."

Hochwasser-Alarm nach viel Regen: Schiffe auf Rhein können nur eingeschränkt fahren

Wegen des starken Regens der vergangenen Tage wird der Schiffsverkehr auf dem Rhein eingeschränkt. In Köln wurde am Mittwochmorgen die Hochwassermarke I überschritten, bei der Schiffe eine bestimmte Geschwindigkeit nicht überschreiten dürfen. Für die nächsten Tage erwartet der Hochwassermeldedienst einen weiteren deutlich Anstieg des Rhein-Pegels. Die Hochwassermarke II, ab der Schiffe nicht weiterfahren dürfen, werde in den nächsten Tagen voraussichtlich aber noch nicht erreicht. Auch kleinere Flüsse könnten in den nächsten Tagen über die Ufer treten.

In NRW werden Hochwassermarken am Rhein immer zuerst in Köln erreicht, weil das Flussbett dort sehr eng ist. Am Mittwochmorgen zeigte der Pegel einen Wert von 6,38 Metern an - damit ist die Hochwassermarke I von 6,20 Metern überschritten. Schiffe müssen auf einer 50 Kilometer langen Strecke ihre Geschwindigkeit drosseln und immer per Funk für kurzfristige Anweisungen erreichbar sein. Bis zum Freitag prognostizieren die Experten Pegelstände bis 7,72 Metern. Ab einem Wert von 8,30 Metern müsste der Schiffsverkehr eingestellt werden.

Köln ergreift Schutzmaßnahmen gegen Rhein-Hochwasser

Die Stadt Köln wappnet sich gegen drohende Überflutungen durch das Hochwasser im Rhein. Im Stadtteil Rodenkirchen sollte am Mittwochnachmittag ein 4,70 Meter hohes Hubtor aus dem Boden hochgefahren werden, um das Wasser aus dem Viertel herauszuhalten. Ob auch im Bereich der Altstadt Maßnahmen zum Hochwasserschutz ergriffen werden müssen, werde sich im Laufe der Woche zeigen.

Bei anhaltendem starkem Regen könnte der Pegel am Montag über die für den Hochwasserschutz in der Altstadt wichtige Marke von 8,70 Metern steigen. "Für die nächsten Tage wird viel Niederschlag vorhergesagt", sagte eine Sprecherin der Hochwasserschutzzentrale. Am Mittwochmorgen zeigte der Pegel einen Wert von 6,38 Metern an - damit ist die Hochwassermarke I von 6,20 Metern überschritten, bei der Schiffe ihre Geschwindigkeit drosseln müssen.

Sturmtief "Burglind" wirft Windanlage um

Im Sturmtief "Burglind" ist in Niedersachsen eine Windkraftanlage umgestürzt. Menschen seien bei dem Vorfall am Mittwoch in Volksdorf nicht verletzt worden, teilte Polizeisprecher Axel Bergmann mit. "Die Anlage stand in ausreichender Entfernung von Häusern, so waren keine Menschen gefährdet", sagte er.

Auslöser sei vermutlich ein technischer Defekt gewesen, erklärte Bergmann. So habe sich die Anlage nicht in den Wind drehen können. Nach ersten Erkenntnissen sei zunächst ein Rotorblatt abgebrochen. "Dann stürzte durch die Sturmbelastung der gesamte Turm um", sagte Bergmann. Das Windrad sei rund 70 Meter hoch gewesen, hatten die "Schaumburger Nachrichten" zuvor über Twitter gemeldet. Sturmtief "Burglind" traf am Mittwoch mit orkanartigen Böen mehrere Bundesländer.

Starker Wind: Erstes Skisprung-Training in Innsbruck verschoben

Das erste Training der Skispringer bei der Vierschanzentournee in Innsbruck ist am Mittwoch um 30 Minuten verschoben worden. Dies teilten die Veranstalter kurz vor dem eigentlich angesetzten Beginn um 11.45 Uhr mit. Grund waren zu starke Winde. Ob die für 14.00 Uhr geplante Qualifikation für das Bergisel-Springen an diesem Donnerstag stattfinden kann, war zunächst unklar. Rund um die Schanze in Tirol herrschten am Vormittag starke Winde. Für den Nachmittag waren gar orkanartige Böen vorhergesagt. Durch das Sturmtief "Burglind", das sich derzeit über Süddeutschland und Österreich ausbreitet, sieht es auch für Donnerstag nicht gut aus.

Sturmtief "Burglind" bremst Inselfähren aus

Tief "Burglind" hat in Niedersachsen Fähren ausgebremst. In Cuxhaven wurde am Mittwoch die einzige Insel-Fährverbindung nach Helgoland vorsorglich eingestellt. Einige Urlauber seien bereits am Dienstag abgereist, andere würden zurück fliegen oder länger bleiben, sagte eine Sprecherin auf der Hochseeinsel.

Früher abgereist sind auch einige Gäste auf der Insel Wangerooge. Dort fielen wegen Hochwasser zwei Verbindungen vom und zum Festland aus. Je eine Abfahrt wurde auch von Spiekeroog nach Neuharlingersiel und umgekehrt gestrichen. "Die Urlauber wussten aber seit Dienstag Bescheid und haben sich darauf eingestellt", sagte eine Touristik-Sprecherin. Einschränkungen gab es zudem bei der Langeoog-Fähre.

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