Mordfall Carolin G.: Vergewaltigt und getötet! Lebenslange Haft für Mörder

Eine junge Frau joggt nichts Böses ahnend durch Weinberge. In einem Waldstück lauert ihr ein Mann auf. Er vergewaltigt und tötet sie. Nun ist das Urteil in dem Fall gefallen - und anschließend droht wohl ein zweiter Prozess in Österreich.

Im Prozess um den Mord an einer Joggerin wird am Freitag ein Urteil erwartet. Bild: Patrick Seeger/dpa

Mehr als ein Jahr nach dem gewaltsamen Tod einer Joggerin in Endingen bei Freiburg das Urteil verkündet werden. Dem Angeklagten drohte eine lebenslange Haftstrafe. Staatsanwaltschaft und Nebenkläger haben in ihren Plädoyers am Freiburger Landgericht in der vergangenen Woche zudem anschließende Sicherungsverwahrung gefordert. Damit wäre eine Freilassung nach 15 Jahren Haft nahezu ausgeschlossen.

Der 40 Jahre alte Angeklagte hat zugegeben, die 27-Jährige Anfang November vergangenen Jahres vergewaltigt und getötet zu haben. Sein Verteidiger sagte, es handele sich um Totschlag.

Rumänischer LKW-Fahrer muss lebenslang hinter Gitter

Der aus Rumänien stammenden Lastwagenfahrer ist zu einer lebenslangen Haftstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Der 40-Jährige habe sich des Mordes und der besonders schweren Vergewaltigung schuldig gemacht, entschied das Landgericht Freiburg am Freitag. Er habe heimtückisch und aus niederen Beweggründen gehandelt. Der Mann hatte zum Prozessauftakt vor einem Monat ein Geständnis abgelegt.

Zudem wird ihm der Mord an einer 20 Jahre alten französischen Austausch-Studentin aus Lyon im Januar 2014 im rund 400 Kilometer von Endingen entfernten Kufstein in Österreich vorgeworfen. An beiden Tatorten waren Spuren von ihm gefunden worden. Nach dem Urteil im Fall Endingen droht ihm ein Prozess in Österreich.

Staatsanwaltschaft: Mord an Carolin G. "sexuell motiviertes Tötungsdelikt"

Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft war der dreifache Vater in beiden Fällen "fest entschlossen, ein sexuell motiviertes Tötungsdelikt zu begehen". Heimtückisch und äußerst brutal sei er vorgegangen, sagte der Ankläger in seinem Plädoyer. "Ziel war es, das Leben von Carolin G. auszulöschen." Der Angeklagte sei allgemein gefährlich, ein eiskalter Mörder und gehöre für immer weggeschlossen, sagte einer der Nebenkläger-Anwälte. "Ich halte ihn für ein Monster."

Der Lastwagenfahrer war durch akribische Polizeiarbeit überführt worden, durch Auswertung von Lkw-Maut-Daten und Spuren von ihm an den Tatorten. Beide Taten hat er zum Prozessauftakt zugegeben.

Vergewaltigung und Doppelmord: Verteidigung plädiert auf Totschlag

Der Verteidiger bezweifelt Mordmerkmale. Zwar sei klar: "Hier fanden aggressive sexuelle Handlungen statt." Allerdings sei das Motiv ungewiss. Anstelle von sexuellen Motiven könne es auch "krankhafter Hass auf Frauen" gewesen sein. Ein Hass, der aus der problematischen Kindheit des Angeklagten herrühren könne - mit einer alkoholkranken Mutter, die ihn als Kleinkind verließ. Der Verteidiger plädierte auf Totschlag, ohne ein Strafmaß zu nennen.

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jat/news.de/dpa

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