Golf: Golf in Dubai: Handicap-Highlights

In nur sechs Stunden dem Winter entkommen? Kein Problem. Den garantierten Sonnenschein gibt's in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Dubai und Abu Dhabi sorgen vor allem bei Golfern für unvergessliche Momente. Auch, was die Preise angeht.

Zwischen Wüstensand und satten Fairways: Golf Club Saadiyat Beach in Abu Dhabi Bild: Michael Specht/spot on news

Wer in der kalten Jahreszeit den Golfschläger schwingen will, ist in Dubai genau richtig. Vorausgesetzt, die Reiseplanung stimmt und die Urlaubskasse ist gut gefüllt. Denn wer im Wüstenstaat die berühmten Plätze "Fire" und Earth" im Jumeirah Golf Estate spielen will, sollte möglichst den internationalen Turnierkalender kennen. Wir hatten die Vorwoche zum "Race to Dubai" gewählt, dem alljährlichen Finale der Geldrangliste der European Tour. Daraus wurde nichts: Wegen Turniervorbereitungen geschlossen.

"Meet the best Golfers on Earth", war an den Ausfallstraßen Dubais plakatiert. Das versprach Spitzengolf mit Profis wie Justin Rose, Patrick Reed, Jon Rahm, Sergio Garcia sowie - als einzigem Deutschen - Martin Kaymer, und war ein kleiner Trost nicht selbst diese herrliche Anlage spielen zu können. Keine zehn Taxi-Minuten entfernt ein weiteres Handicap-Highlight: The Address Montgomery, eine planerische Meisterleistung von Profigolfer Colin Montgomery. Spektakulär schon die Driving-Range, wo vor einem die Hochhaus-Skyline der Dubai-Marina dicht und geballt in den Himmel ragt.

Hier zu üben ist, als würde man im Central Park von Manhattan Bälle schlagen. In Dubai begleiten einen die Wolkenkratzer auch auf einigen Löchern des Platzes, so dass man sich öfter dabei ertappt, vor lauter Staunen, den nächsten Schlag zu vergessen. Fast surreal wirkt das Bild aus Spielbahnen, Bäumen und den Hochhäusern im Hintergrund.

Schöner wohnen auf der Palme

Danach ist ein Drink im Clubhaus von Montgomery Pflicht. Dort kann man übrigens auch übernachten, allerdings sind die wenigen Zimmer meistens ausgebucht. Eine wunderbare Alternative, den Lärm und die Hektik Dubais hinter sich zu lassen, ist beispielsweise das Waldorf Astoria Dubai Palm Jumeirah. Es liegt auf jener berühmten, künstlich ins Meer gespülten Sandbank in Form einer gigantischen Palme hat.

Um einen Maßstab für die Größe zu bekommen: Mit dem Auto braucht es fast 20 Minuten von der Palme aufs Festland. Zwei Tipps zum Palm Jumeirah: Kein Zimmer mit Blick aufs Meer, sondern zur inneren Palme buchen, wo nachts die glitzernde Skyline Dubais fasziniert. Und unbedingt einmal im "Social" zu Abend essen, wo Dreisterne-Koch Heinz Beck das kulinarische Sagen hat.

Nach Montgomery "The Els", der nach dem Südafrikaner Ernie Els benannte Golfclub. Die Fairways sind ähnlich angelegt, aber nicht so abwechslungsreich. Und nicht eben schön ist die Landschaft voller Bauruinen in Blickweite, ein Mahnmal von geplatzten Immobilien-Deals. Deshalb schnell ins Taxi und zu den 30 Autominuten entfernten Arabian Ranches, bei deren Gestaltung Golflegende Jack Nicklaus seine Finger im Spiel hatte.

Herausgekommen ist ein Wüstenplatz, auf dem man fast ausschließlich von kleinen Insel-Abschlägen über mehr oder weniger lange Wüstenabschnitte mit ganz viel Sand spielt. Wer nicht gerade ist, landet öfter darin, als ihm lieb und vermutlich auch wert ist. Denn Golfen ist teuer in Dubai, die Clubs rufen Greenfees zwischen 150 und 250 Euro pro Person und Runde auf, das Glas Bier am 19. Loch kann bis zu 17 Euro kosten.

Unter Antilopen in Abu Dhabi

Wenn schon solche Preise, dann sollte wenigstens die Leistung stimmen. Wie zum Beispiel im Golf Club Saadiyat Beach im eine Autostunde entfernten Abu Dhabi. Dort schaffen es die Wüstensöhne trotz 360 Tagen Sonnenschein pro Jahr und im Sommer Temperaturen von über 50 Grad, Fairways und Greens saftig und frisch zu halten. Viele kleine natürliche Seen entlang der Spielbahnen machen das möglich.

Einst ihr Revier, haben sich rund 140 Antilopen vom dem Bau des Golfplatzes nicht stören lassen und teilen sich seither Roughs und Fairways mit den Golfern. Neben diesem Hauch von Afrika begeistert Saadiyat vor allem durch diverse Signature Holes, die sich am schneeweißen Strand und den Dünen am Meer entlangziehen.

Ein anderes Highlight bietet der Abu Dhabi Golf Club, dessen Bahnen 19 bis 27 auch nachts bei angenehmen 24 Grad unter Flutlicht gespielt werden können. Das ist Golfen ohne Sonnenbrand-Gefahr mit dem völlig neuen Gefühl, den Ball im Nachthimmel verschwinden zu sehen. Wer sagt denn, dass man im Urlaub den Abend immer an der Hotelbar ausklingen lassen muss?

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