Anschlag auf BVB-Bus: Ab heute wird dem BVB-Bomber der Prozess gemacht

Mit drei Bomben soll Sergej W. versucht haben, Spieler von Borussia Dortmund zu töten - und sich über eine Wette am Kapitalmarkt zu bereichern. Nun beginnt der Prozess. Beim BVB sind die Erinnerungen an die Tat längst noch nicht verblasst.

Der BVB-Bomber soll aus Habgier gehandelt haben. Bild: Bernd Thissen/dpa

Geschockte Spieler, entsetzte Fans: Der Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund hat tiefe Spuren hinterlassen - nun beginnt am Donnerstag in Dortmund der Prozess gegen den mutmaßlichen Attentäter. Sergej W. soll laut Staatsanwaltschaft versucht haben, Fußballspieler des BVB zu töten, um bei Aktienspekulationen abzukassieren. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm 28-fachen Mordversuch und Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion vor. Heimtückisch, aus Habgier und mit gemeingefährlichen Mitteln habe der Elektrotechniker gehandelt.

Anschlag auf BVB-Mannschaftsbus: Prozess gegen Sergej W. startet

Nach dem Anschlag am 11. April stand zunächst auch der Verdacht eines weiteren islamistischen Anschlags im Raum. Doch schnell waren die Ermittler überzeugt, dass Sergej W. die Tat aus Geldgier verübt hat. Drei selbst gebaute Sprengsätze soll er in einer Hecke am Mannschaftshotel des BVB deponiert haben. Als das Team vor der Champions-League-Partie gegen AS Monaco am Hotel in den Bus gestiegen war und dieser sich langsam in Bewegung setzte, soll er die Bomben mithilfe von Fernzündern zur Explosion gebracht haben.

BVB-Abwehrspieler Marc Bartra durch Splitter verletzt

Metallsplitter flogen als todbringende Geschosse durch die Luft. Viele drangen in den Bus ein und verletzten dort BVB-Abwehrspieler Marc Bartra, der mit einem Bruch des Unterarms ins Krankenhaus gebracht werden musste. Ein Polizist, der den Bus auf einem Motorrad begleiten sollte, erlitt ein Knalltrauma. Das Fußballspiel wurde abgesagt und am nächsten Abend nachgeholt.

BVB-Geschäftsführer Watzke spricht von "Extremsituation"

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke fällt es noch heute schwer, über die Geschehnisse am 11. April zu reden: "Das war schon eine Extremsituation", sagt er. Lange Zeit wurden die BVB-Profis psychologisch betreut: "Wir haben intensiv beobachtet, ob sich bei dem einen oder anderen Spieler eine posttraumatische Störung entwickelt hat", sagt Watzke. Besonders die Schmerzensschreie des Spaniers Bartra blieben den Profis lange in Erinnerung.

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