Prozess in Mecklenburg-Vorpommern: Totes Baby in Kühltruhe entdeckt! Mutter bestreitet Kindstötung

Der Fund eines toten Babys erschütterte im März eine Kleinstadt in Mecklenburg-Vorpommern. Jetzt steht die Mutter vor Gericht und bestreitet, das Neugeborene getötet zu haben. Die Schwangerschaft hielt sie geheim.

Nach dem Fund eines toten Säuglings in einer Kühltruhe bestreitet die Mutter eine mögliche Tötung (Symbolbild). Bild: Arno Burgi/dpa

Eine 40 Jahre alte Angeklagte hat vor Gericht bestritten, im Januar 2015 ihr Neugeborenes getötet zu haben. Sie gab zu Beginn des Prozesses am Dienstag zu, das Mädchen allein bei sich zuhause in Wittenburg (Mecklenburg-Vorpommern) zur Welt gebracht zu haben. Kurz nach der Geburt sei ihr schlecht geworden. Als sie wieder zu sich kam, habe das Kind nicht mehr gelebt. Die Frau ist vor dem LandgerichtSchwerin wegen Totschlags angeklagt. Die Todesursache des Babys steht nach Angaben der Staatsanwaltschaft nicht eindeutig fest. Das Kind sei nach Erkenntnis der Rechtsmedizin ertrunken, erstickt oder erfroren.

Mutter versteckt totes Baby 2 Jahre lang in Gefriertruhe

Die Angeklagte lagerte den Leichnam des Babys in eine Decke und Plastiktüten verpackt gut zwei Jahre lang in einem Gefrierschrank. Ihr Lebensgefährte, der Platz im Gefrierschrank schaffen wollte, brachte das verpackte Baby, das er aufgrund einer Aussage der Angeklagten für einen Entenbraten hielt, Anfang März 2017 in ein Waldstück in Wittenburg - um es Füchsen als Fraß zu überlassen. Der 28-Jährige sagte als Zeuge vor Gericht aus. Spaziergänger hatten die Beutel damals gefunden.

Kindsvater wusste nichts von Schwangerschaft

Der Vater des Säuglings, der mit der Angeklagten eine Fernbeziehung hatte, hatte nach eigener Aussage von der Schwangerschaft nichts mitbekommen. Da der junge Mann mit Drogen zu tun hatte, sei sie sich nicht sicher gewesen, wie dauerhaft die Beziehung sei, sagte die Angeklagte. Trotz der Zweifel habe sie das Kind bekommen, aber nicht behalten wollen. Die Wehen hätten allerdings Anfang Januar 2015 so plötzlich begonnen, dass sie das Kind während einer sehr kurzen Geburt nachts in ihrer Wohnung zur Welt brachte.

Massen-Gentest führte zur Verdächtigen

Nach dem Fund der Leiche forderte die Polizei 1700 Frauen aus der Region zur Abgabe einer DNA-Probe ab, um die Mutter identifizieren zu können. Ermittelt wurde die Angeklagte vier Monate nach dem Fund des Säuglings durch eine DNA-Spur des Vaters, die sich an der Decke befand, in die das tote Baby verpackt war. Der Prozess wird am Mittwoch fortgesetzt. Mit einem Urteil wird im Januar gerechnet.

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jat/news.de/dpa

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