Phantombild zurückgehalten: Fataler Justiz-Fehler! SO konnte ein Kinderschänder erneut zuschlagen

Andy S. gilt als gefährlichster Kinderschänder Sachsens. Sechs Jahre und neun Monate saß er wegen sexuellen Missbrauchs im Knast. Nach seiner Freilassung schlägt er erneut zu. Ein Phantombild hätte ihn stoppen können, doch ein Richter verhinderte die Fahndung.

Hätten die Übergriffe verhindert werden können? Bild: Fotolia/ minzpeter

Im Herbst 2016 erschüttert ein Missbrauchsfall die Stadt Leipzig. Eine Zehnjährige wird auf dem Schulweg überfallen und sexuell missbraucht. Ein ganz in schwarz gekleideter Mann lauerte dem Mädchen am 27. Oktober 2016 auf, zerrte sie in ein Gebüsch und vergewaltigte sie. Der Täter floh, die Kripo übernahm die Ermittlungen.

Justiz hielt Phantombild von Kinderschänder zurück

Laut einem Bericht von "Tag24" konnten die Beamten dank des Mädchens sehr schnell ein Phantombild erstellen. Doch ein Richter verhinderte die Fahndung über das Internet. In einem Beschluss hielt er fest, dass das Phantombild lediglich in regionalen Druckmedien verwendet werden dürfe. Aber warum? Schon mehrmals hatten sich Internet-Fahndungen als effektiv erwiesen.

So viele Kinder missbrauchte Kinderschänder Andy S.

Später stellt sich heraus, hinter dem Phantom versteckte sich der bereits vorbestrafte Kinderschänder Andy S., laut "Tag24" der wohl gefährlichste Kinderschänder Sachsens. 2008 wurde der aus Schlema stammende Informationstechniker wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in insgesamt 21 Fällen und weiteren 17 weniger schweren Missbrauchsfällen zu sechs Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Bereits im Mai 2013 wird er wieder entlassen.

Hätten die Übergriffe verhindert werden können?

Im Juni 2017 wird Andy S. schließlich erneut festgenommen. Bis dahin soll er neben dem Zehnjährigen Mädchen aus Leipzig drei weitere Kinder, zwei Mädchen im Alter von 5 und 8 Jahren und einen Jungen im Alter von 8 Jahren, missbraucht haben. Wäre das Phantombild herausgegeben worden, hätten diese Übergriffe möglicherweise verhindert werden können. In der Zeit von seiner Haftentlassung bis zu seiner Festnahme soll Andy S. insgesamt 67 Kinder missbraucht haben.

Am Mittwoch beginnt laut "Tag24" der Prozess in Leipzig.

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fka/bua/news.de

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