Wintereinbruch in Deutschland: Schnee-Chaos fordert Glätte-Tote - Baby (10 Monate) nach Unfall reanimiert

Der erste Advent hat vielen Regionen Deutschlands üppigen Schneefall beschert. Zum Wochenstart hielt das Glätte-Chaos vor allem Bayerns Autofahrer in Atem. 

Der erste Advent hat vielen Regionen Deutschlands üppigen Schneefall beschert. Bild: dpa

Schnee und Glätte haben in der Nacht zum Montag in Bayern Hunderte Unfälle verursacht. Wie die Polizei mitteilte, gab es allein in Ober- und Mittelfranken insgesamt mehr als 400 Unfälle. Zwei junge Fahrzeuginsassen kamen bei Zusammenstößen bereits am Sonntag ums Leben.

Auf einer Bundesstraße im Landkreis Kulmbach starb eine 18-Jährige nach der Kollision ihres Autos mit einem Wagen auf der Gegenfahrbahn, wie die Polizei am Montagmorgen mitteilte. Grund des Zusammenstoßes am späten Sonntagnachmittag war wohl Glätte. In Nürnberg starb ein 23-jähriger Beifahrer beim Zusammenstoß zweier Autos auf schneebedeckter Straße.

Unfall auf Landstraße in Rheinland-Pfalz: Baby (10 Monate) wiederbelebt

Auf der L 540 bei Büchelberg im rheinland-pfälzischen Wörth am Rhein kam es am Wochenende ebenfalls zu einem schweren Unfall. Im dichten Schneegestöber verlor ein 30-Jähriger die Kontrolle über sein Fahrzeug und krachte in einen mit drei Personen besetzten Wagen auf der Gegenfahrbahn. Die insgesamt sechs Personen, die bei dem Unfall in den Autos eingeklemmt wurden, konnten von Rettungskräften befreit werden, schreibt die "Bild". Besonders tragisch: Ein erst zehn Monate altes Baby wurde nach dem Glätte-Crash leblos geborgen und musste noch am Unfallort reanimiert werden. Nach der Wiederbelebung wurde das verletzte Kind in eine Spezialklinik gebracht, heißt es weiter.

Schnee-Chaos und Glätte-Tote am ersten Advent

Der Auftakt in die Adventszeit war winterlich. In vielen Regionen Deutschlands lag der Schnee am Sonntag zentimeterhoch. In Niedersachsen starb eine 86-Jährige. Sie hatte in einem Auto gesessen, das bei Uelzen auf schneeglatter Straße in den Gegenverkehr krachte. Die 58 Jahre alte Fahrerin sei vermutlich zu schnell gefahren, hieß es von der Polizei. In Thüringen erfror ein 83-Jähriger - wahrscheinlich, weil er den Weg ins Altenheim nicht mehr fand.

Am Samstagmorgen war bemerkt worden, dass der demente Senior aus dem Heim in Kölleda verschwunden war. Polizisten fanden den leicht bekleideten Mann schließlich rund einen Kilometer entfernt leblos an einer Straße.

Bahn-Ausfälle und Flug-Verspätung durch Wintereinbruch am Wochenende

Bei der Bahn verzögerten sich die IC- und ICE-Züge zwischen Göttingen und Kassel, auch auf der Strecke Richtung Fulda und Würzburg wurde vorübergehend das Tempo schneller Züge reduziert. Am Flughafen in Frankfurt am Main mussten sich Reisende auf Verzögerungen einstellen. Es seien bisher 82 Flüge annulliert worden, sagte ein Fraport-Sprecher am Nachmittag. Die durchschnittliche Verspätung im Luftverkehr habe eine Stunde betragen. Mitarbeiter seien im Einsatz, um Flugzeuge, Start- und Landebahnen von Schnee zu befreien.

Schneefallgrenze steigt wieder: Hier ist der Winter noch nicht vorbei

Die Schneefallgrenze sollte am Montag bis 800 Meter steigen. Am längsten halte sich der Schnee im Südosten, in Bayern und Sachsen. Dort könnten 20 bis 30 Zentimeter Neuschnee in den nächsten ein bis zwei Tagen fallen.

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rut/loc/news.de/dpa

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