TV-Aus für "Tagesschau"?: Medienminister will ARD abschaffen

Geht es nach dem Medienminister Sachsen-Anhalts, Rainer Robra, so hat das letzte Stündlein der ARD geschlagen. Der CDU-Politiker will den öffentlich-rechtlichen Rundfunk radikal umbauen.

Ist die ARD bald Geschichte? Bild: dpa

Rainer Robra ist Staatskanzleichef und der für Medien zuständige Landesminister in Sachsen-Anhalt. Wie die "Mitteldeutsche Zeitung" (MZ) berichtet, plant der 66-jährige CDU-Politiker einen radikalen Umbau des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Das Erste in seiner aktuellen Form soll demnach abgeschafft werden.

Medienminister Rainer Robra will ARD abschaffen

Im Gespräch mit der MZ erklärte Robra, ein nationaler Sender wäre genug und das sei in seinen Augen das ZDF. Er sieht eine klare Themenverteilung: Die ARD solle sich auf regionale Themen beschränken, das ZDF wäre nach seinem Umbau für landesweite Themen wie beispielsweise das TV-Duell vor der Bundestagswahl verantwortlich. Auch Hollywoodfilme sollten, gehe es nach Rainer Robra, künftig nur noch im ZDF zu sehen sein.

Der radikale Umbau des CDU-Politikers beinhaltet weiterhin eine Veränderung des Internetangebotes der Sender. Presseähnliche Texte sollen künftig verboten sein, da sie in direkter Konkurrenz zu den Zeitungsverlagen stehen.

Erhöhung der Rundfunkgebühren

Erst Ende September hatte das ZDF Sparpläne vorgelegt und die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und den damit verbundenen Rundfunkbeitrag beleuchtet. Das ZDF schlug den Ländern Einsparungen von rund 270 Millionen Euro für die Zeit von 2021 bis 2028 vor - also für die kommenden beiden Beitragsperioden. Dabei gehe es um Sparmaßnahmen bei Verwaltung und Technik, eine engere Zusammenarbeit mit der ARD, aber nicht um das Programm.

Der ZDF-Fernsehrat unterstützte die Sparvorschläge nach Angaben der Vorsitzenden Marlehn Thieme "einmütig". Wichtig sei, dass die Programminhalte erhalten blieben. Die Ministerpräsidenten hatten von den öffentlich-rechtlichen Anstalten ARD, ZDF und Deutschlandradio Reformvorschläge bis September gefordert.

Wie sich diese Pläne mit denen des Medienministers Rainer Robra vertragen, bleibt abzuwarten.

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fka/bua/news.de/dpa

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