14.10.2017, 08.44 Uhr

"Ellas Baby" in der Wiederholung: Plötzlich schwanger! 16-Jährige stellt Familie auf harte Probe

Ella ist erst 16 Jahre alt, als sie ungewollt schwanger wird und damit das Leben ihrer ganzen Familie auf den Kopf stellt. Wie Sie die Familiendramödie als Wiederholung online sehen können, erfahren Sie hier.

In seiner gelungenen ernsten Komödie "Ellas Baby" thematisiert David Dietl, Sohn des 2015 verstorbenen Kultregisseurs Helmut Dietl, nicht nur Teenager-Schwangerschaft und Abtreibungswunsch, sondern vor allem die fragilen Verhältnisse in modernen Familien.

"Ellas Baby" am 13.10.2017 verpasst? Wiederholung online in der ARD-Mediathek sehen

Sie haben "Ellas Baby" mit Benno Führmann und Tijan Marei verpasst? Kein Problem. Verzichten müssen Sie auf den ARD-Freitagsfilm dennoch nicht. In der ARD-Mediathek finden Sie zahlreiche TV-Formate als kostenfreies Video on Demand. So können Sie sich den Spielfilm bequem als Wiederholung online ansehen. Auch im TV wird "Der Bozen Krimi: In der Falle" nochmals ausgestrahlt. Nachfolgend finden Sie alle TV-Termine der Wiederholung:

  • Dienstag, 17.10.2017 um 14.15 Uhr bei One
  • Mittwoch, 18.10.2017 um 07.05 Uhr bei One
  • Samstag, 21.10.2017 um 08.50 Uhr bei One

Darum geht's in "Ellas Baby" am 13.10.2017 mit Tijan Marei und Ivo Kortlang

von Ulrike Cordes

Sechs Wochen Sprachkurs in Frankreich für einen Trupp Teenager - doch deren persönliche Zielvorgabe lautet nicht etwa "Französisch lernen" Sondern: "endlich Sex haben". Eine von ihnen, die 16-jährige Ella (Tijan Marei), besteht diese Prüfung quasi mit Auszeichnung. Von einem Unbekannten auf einem Zeltplatz wird sie schwanger. Zurück in Berlin wirbelt ihr Zustand, den das Mädchen zunächst mit einer Abtreibung beenden will, das ohnehin fragile Gefüge ihrer Patchwork-Familie durcheinander. Die ernste, dabei den Zeitgeist gut treffende Geschichte erzählt der junge Regisseur David Dietl ("König von Deutschland") unter dem Titel "Ellas Baby" mit viel Feingefühl und Dialogwitz.

Benno Führmann und Katharina Schüttler: "Ellas baby" punktet mit einer prominenten Besetzung

Prominenteste Darsteller seines Spielfilms nach dem Drehbuch von Elena Senft, der an diesem Freitag um 20.15 Uhr im Ersten läuft, sind Benno Fürmann ("In einem wilden Land") als Vater Roman und Katharina Schüttler ("Unsere Mütter, unsere Väter") als dessen Freundin Ariane. Beide Erwachsene möchten der Jugendlichen zur Seite stehen, der Vater begleitet sie sogar zur Abtreibungsberatung. Doch Ella, von der 1996 geborenen Marei in ihrer ersten Hauptrolle als so verstockt wie liebenswert verkörpert, hat nicht nur mit dem in ihrem Bauch wachsenden menschlichen Wesen ihre Probleme. Sie ist eifersüchtig auf Ariane und sehnt sich nach ihrer Mutter, die ihre Familie vor Jahren verlassen hat, um in Indien arme Kinder zu betreuen.

"Club der roten Bänder"-Star Ivo Kortling als verpeilter Hanf-Züchter

Ironischerweise versuchen der eher lässige Fahrradhändler Roman und die geradezu hysterisch zielstrebige Zahnärztin Ariane derweil, selbst ein Kind zu produzieren - unter anderem mit Hilfe einer Fruchtbarkeits-App auf dem Smartphone. Daher neidet die 38-Jährige dem Teenie seine Schwangerschaft. Vertrauen schenkt Ella nur ihrem Großvater (Peter Franke), einem knorrigen früheren Arzt, der gern in seinem Garten werkelt und bodenständige Lebensweisheiten vermittelt. Eher positiv auf ihr aufgewühltes Gemüt wirkt aber auch der Nachbarssohn Matti (Ivo Kortling), eine verpeilte männliche Jungfrau mit Herz, die im Keller Hanf züchtet und das Zeug nicht nur an Mitschüler verkauft, sondern auch selbst raucht.

Ein Film über Teenager-Schwangerschaft, Erwachsenwerden und Abtreibungswunsch

Währenddessen wird Ellas Bauch stetig dicker - und die daran sichtbar reifende junge Frau baut zu ihrem Kind immer mehr Beziehung auf. Teenager-Schwangerschaft und Abtreibungswunsch sind nur vordergründig die wesentlichen Themen in Dietls Werk. Vor allem analysiert der 37-jährige Sohn von Film- und Fernsehlegende Helmut Dietl (1944-2015, Kir Royal) hier präzise ein modernes familiäres Beziehungsgeflecht, in dem Eheprobleme, Langeweile und neue Partner, das Sterben der Alten und hemmungslose Erbschaftsdebatten für ständige Reibungen sorgen und den Kindern und Jugendlichen Aufwachsen und Orientierung erschweren.

Dabei ist Dietls Blick ein versöhnlicher. Und seine mit der Handkamera in stimmungsvollen, intimen Bildern aufgenommene Geschichte ein ganz unkitschiges Plädoyer für Selbstkritik, Verzeihen und Gespräche.

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sba/kad/news.de/dpa

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