09.10.2017, 22.14 Uhr

Fahndungserfolg!: Kind missbraucht und gefilmt - Täter und Opfer identifiziert!

Per Öffentlichkeitsfahndung suchte das BKA am Montag nach einem Missbrauchs-Opfer und dessen Peiniger. Nach Angaben des BKA seien Opfer und Täter mittlerweile identifiziert worden. Berichten zufolge sei der Verdächtige in Niedersachsen festgenommen worden.

Das Opfer könnte sich aktuell noch in der Gewalt des Täters befinden. Bild: dpa

Nur Stunden nach einer aufsehenerregenden Fahndung mit Fotos eines missbrauchten kleinen Mädchens haben die Ermittler nach eigenen Worten Opfer und Täter identifiziert. Das teilte das Bundeskriminalamt (BKA) am Montagabend über Facebook mit. Die Fahndung im Fall des schweren sexuellen Missbrauchs des zuvor unbekannten Kindes sei erfolgreich beendet.

Kind missbraucht und gefilmt - Öffentlichkeitsfahndung nach Täter

Der Beschuldigte soll im Zeitraum von Oktober 2016 bis Juli 2017 das etwa vier bis fünf Jahre alte Kind mehrfach schwer sexuell missbraucht, den Missbrauch gefilmt und auf einer kinderpornografischen Plattform im Darknet verbreitet haben, wie es in einer Mitteilung vom Montag heißt.

Opfer aus Händen des Täters befreit und unter psychologischer Betreuung

Nach Angaben von Oberstaatsanwalt Georg Ungefuk von der ZIT handelt es sich bei dem Verdächtigen um einen deutschen Staatsbürger. Das Mädchen sei ebenfalls Deutsche und vier Jahre alt. Es sei von einem Polizeipsychologen untersucht worden und wieder in elterlicher Obhut, sagte er der "Bild". Der Deutschen Presse-Agentur sagte Ungefuk, dem Kind gehe es den Umständen entsprechend gut. Nach «Bild»- Informationen erfolgte die Festnahme in Niedersachsen. Ungefuk wollte dies im Gespräch mit der dpa am Abend nicht kommentieren.

Das BKA nannte am Abend noch keine Details zu dem Kind und zum Tatverdächtigen. An diesem Dienstag will die Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft in einer Pressemitteilung Näheres bekanntgegeben.

Veröffentlichung des Bildes des Kindes war besondere Maßnahme

Zuvor hatte Ungefuk den ungewöhnlichen Schritt, Fotos vom Opfer zu veröffentlichen, folgendermaßen begründet: "Das ist die letzte Maßnahme, um den Täter zu identifizieren. Darauf greifen wir nur zurück, wenn alle anderen Möglichkeiten nicht zum Ziel geführt haben." Zudem sei Dringlichkeit geboten. "Wir gehen davon aus, dass das Kind weiter dem Zugriff des Täters ausgesetzt ist", hatte Ungefuk gesagt.

Das Social-Media-Team des BKA bat darum, Bilder des Kindes, die während der Fahndung online geteilt wurden, aus Gründen des Opferschutzes nun zu löschen.

Darknet ist Umschlagsplatz Nummer eins für Kinder-Pornos

Die Kinderporno-Szene spielt sich nach Einschätzung von Ermittlern mittlerweile überwiegend im Darknet, dem verborgenen Teil des Internets, ab. Dort können sich Internetnutzer fast komplett anonym bewegen. Dieser Bereich des Internets wird von Menschen genutzt, die viel Wert auf Privatsphäre legen oder in einem repressiven politischen System leben - aber auch von Kriminellen.

Die Generalstaatsanwaltschaft und das Bundeskriminalamt fragen:

Wer kann Angaben zu dem Opfer machen?

Wer kann sonstige sachdienliche Hinweise geben?

Hinweise bitte an das:

Bundeskriminalamt Wiesbaden

Tel. 0611-55-18444

Fax. 0611-55-45144

E-Mail: fahndung@bka.bund.de

oder jede andere Polizeidienststelle.

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mag/news.de/dpa

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