06.10.2017, 10.34 Uhr

Wetter aktuell - Oktober 2017: Zahlreiche Tote! Tief Xavier tobt mit Orkanböen über Deutschland

Der Herbst in Deutschland zeigt sich von seiner ungemütlichen Seite. Sturmtief Xavier sorgt nicht nur für nasskaltes Schauerwetter, sondern bringt auch Orkanböen und Hurrikangefahr mit sich. Alle Aussichten für Oktober 2017 gibt's hier.

Tief Xavier sorgt für ungemütliches Herbstwetter. Bild: Britta Pedersen/dpa

In den kommenden Tagen zeigt sich der goldene Oktober in Deutschland nur selten. Zumeist bleibt es bewölkt, regnerisch oder stürmisch. Damit schwinden die Chancen auf einen schönen Altweibersommer, so die Experten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach.

Tote in Hamburg und Gransee bei Sturm Xavier - Zwei Tote in Brandenburg

Bei dem schweren Sturm "Xavier" sind in Brandenburg zwei Menschen ums Leben gekommen. Bundesweit stieg die Zahl der Todesopfer damit auf vier. Bei Gransee im Landkreis Oberhavel sei ein Ast in eine Windschutzscheibe geflogen und habe einen Menschen getötet. Zudem wurde in derselben Region eine Frau in einem Auto von einem Baum erschlagen, wie die Polizei in Potsdam mitteilte. Zuvor waren bereits zwei Todesfälle aus Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern bekannt geworden. Aktuelle Informationen zu den Schäden durch Sturmtief "Xavier" finden Sie hier im Überblick.

Sturm "Xavier" legt Bahnverkehr lahm, auch Flugreisende von Orkanböen betroffen

Sturmtief "Xavier" ist am Donnerstag über Deutschland gefegt und hat den Bahnverkehr auf vielen Strecken komplett lahmgelegt. Betroffen war vor allem der Norden. Auch auf den Fernverkehrsstrecken Berlin-Hannover und Berlin-Hamburg rollten zunächst keine Züge mehr. Das teilte ein Bahnsprecher in Berlin mit. Man wolle so vermeiden, dass Züge auf offener Strecke liegenbleiben.

Die Hamburger Feuerwehr forderte die Bevölkerung der Hansestadt auf, wegen des Sturms nicht rauszugehen. "Warnung für Hamburg. Halten Sie sich aktuell nicht im Freien auf, bleiben Sie im geschützten Bereich", twitterte die Feuerwehr. Ein Sprecher sagte, die Feuerwehr der Hansestadt sei wegen mehrerer eingeklemmter Personen und umgestürzter Bäume zu zahlreichen Einsätzen ausgerückt. Es liefen Dutzende Notrufe ein, meldete die Feuerwehr per Twitter.

Das Sturmtief brachte den Bahnverkehr in ganz Norddeutschland zum Erliegen. Die Bahn stellte den Zugbetrieb in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bremen und auch den S-Bahnverkehr in Hamburg bis auf weiteres ein. Ursache waren auf die Gleise oder in die Oberleitungen gewehte Bäume.

Auch die Hamburger U-Bahn war nach Angaben der Hochbahn betroffen. Aus Sicherheitsgründen gelte auf allen oberirdischen Strecken ein Tempolimit von 40 km/h, twitterte die Hochbahn. Auf der Linie der U1 und U2 wurde an einigen Stellen ein Ersatzverkehr eingerichtet.

Flugreisende mussten ebenfalls Einschränkungen hinnehmen. Die S-Bahn fuhr nicht mehr zum Airport. Immerhin ein Drittel der Passagiere komme mittlerweile per S-Bahn, sagte eine Sprecherin. Auch könne es wegen des Sturms zu Verspätungen bei den Flügen kommen.

Der Deutsche Wetterdienst hatte vor orkanartigen Böen gewarnt. Gefährdet seien Hamburg und das Landesgebiet von Schleswig-Holstein voraussichtlich zwischen 8.00 Uhr morgens und 16.00 Uhr, teilte der Wetterdienst in Offenbach mit.

Wetterdienst warnt vor Orkanböen in Teilen Ost- und Norddeutschlands

In Teilen Nord- und Ostdeutschlands drohen am Donnerstag Orkanböen. Der Deutsche Wetterdienst warnte für die Zeit etwa von 8 Uhr bis 22 Uhr vor Böen der Stufe drei. Die Stufe vier ist die höchste Warnstufe für Orkanböen. Betroffen sind unter anderem Berlin, Brandenburg, Teile Sachsens, Schleswig-Holsteins und Mecklenburg-Vorpommerns sowie der Regierungsbezirk Kassel. Die Experten empfahlen, den Aufenthalt im Freien zu vermeiden und warnten vor entwurzelten Bäumen, herabstürzenden Dachziegeln und Schäden an Gerüsten und Hochspannungsleitungen. Neben Orkanböen sind auch Gewitter und Graupelschauer und sogar Tornados in Deutschland möglich, wie "unwetteralarm.com" zu entnehmen ist.

Viele Hilfseinsätze im Norden wegen Sturmtiefs "Xavier"

In Norddeutschland sind die Feuerwehren wegen des Sturmtiefs "Xavier" im Dauereinsatz. So mussten die Helfer schon bis Donnerstagmittag in vielen Landesteilen Niedersachsens zu Dutzenden Einsätzen ausrücken. In Hannover meldete die Feuerwehr Notlagen wegen umgestürzter Bäume auf Straßen und abgerissener Dachverkleidungen. Ein Ast durchschlug die Windschutzscheibe eines fahrenden Autos. Im Landkreis Holzminden wurde eine Kreisstraße von einem umgestürzten Baum blockiert, außerdem stürzte ein Baum auf drei Autos - verletzt wurde jedoch niemand. In Werlte bei Osnabrück krachte ein Autofahrer in einen umgestürzten Baum.

Sturmtief blockiert Bahnverkehr - Zoo und IGA in Berlin geschlossen

Das aufziehende Sturmtief sorgt im Norden für erhebliche Behinderungen des Bahnverkehrs. Wegen umgestürzter Bäume und beschädigter Oberleitungen musste der Verkehr am Donnerstagmittag zwischen Bremen und Bremerhaven sowie Oldenburg und auf der Verbindung Hildesheim-Lehrte unterbrochen werden, teilte die Deutsche Bahn mit. Auf anderen Strecken kam es zu Verzögerungen, unter anderem auf der Hauptstrecke von Hannover Richtung Hamburg. Betroffen waren auch die Hauptachsen von Hannover Richtung Bremen und dem Ruhrgebiet, weil Probleme bei der Stromversorgung der Signale in Wunstorf die Züge ausbremsten.

In Berlin blieb wegen des Unwetters die Internationale Gartenausstellung (IGA) in Marzahn geschlossen. "Die Schließung des IGA-Geländes dient der Sicherheit unserer Besucherinnen und Besucher", teilten die Veranstalter mit. Auch Zoo und Tierpark sollten um 14.00 Uhr ihre Pforten schließen. "Elefanten, Zebras und Giraffen (...) ziehen sich sicherheitshalber in ihre Stallungen zurück", hieß es.

Der Deutsche Wetterdienste warnte in Teilen von Nord- und Ostdeutschlands vor Orkanböen der Stufe drei. Vier ist die höchste Stufe für Orkanböen. Die Experten empfahlen, den Aufenthalt im Freien zu vermeiden und warnten vor entwurzelten Bäumen, herabstürzenden Dachziegeln und Schäden an Gerüsten und Hochspannungsleitungen.

Sturmtief Xavier verhindert Skisprung-Mannschaftsmeisterschaft

Das Sturmtief Xavier mit Orkanböen bis zu 120 Kilometern in der Stunde hat am Donnerstag zur Absage des Mannschafts-Wettbewerbs bei den deutschen Skisprung-Meisterschaften in Oberwiesenthal geführt. Die Veranstalter konnten angesichts der Vorhersagen keinen sicheren Wettkampf garantieren. Am Mittwochabend hatte Andreas Wellinger auf der Fichtelbergschanze noch seinen ersten nationalen Einzeltitel gewonnen. Der Ruhpoldinger setzte sich vor Karl Geiger aus Oberstdorf und Fabian Seidl aus dem bayerischen Auerbach durch.

Wetter im Oktober 2017 aktuell: Düstere Wettervorhersage zum Ende der Woche

Ihren Prognosen zufolge ist es am Mittwoch in der Nordhälfte des Landes stark bewölkt oder bedeckt. Gebietsweise fällt schauerartiger Regen. Im Rest der Republik wechseln sich Sonne und Wolken ab, es bleibt meist trocken. Vom Schwarzwald bis zum östlichen Alpenrand zeigt sich die Sonne. Die Höchsttemperatur von 20 Grad dürfte in der Region Berchtesgadener Land gemessen werden.

Tief Xavier sorgt für schwere Herbststürme

Zudem sorgt Sturmtief Xavier ab Donnerstag (06.10.2017) für ungemütliches Wetter in Deutschland. Besonders im Norden drohen Böen um die 100 Stundenkilometer. Auch auf dem Brocken und dem Fichtelberg warnt der Deutsche Wetterdienst vor starken Böen. Im Süden ist zudem mit Nebel mit Sichtweiten unter 150 Meter zu rechnen.

Wechselhafte Prognose für Herbst-Wetter in Deutschland

Am Donnerstag breiten sich starke Bewölkung und Schauer allmählich landesweit aus. Südlich der Donau scheint die Sonne noch bis zum späten Nachmittag, aber auch dort wird es dann regnerisch. Im Norden treten bei wechselnder Bewölkung Schauer auf, vor allem an der Küste sind am Donnerstag starke Gewitter zu erwarten.

Sinkende Temperaturen sorgen für Schnee am Wochenende

Die Temperatur erreicht Höchstwerte zwischen 12 und 23 Grad. Am Freitag drohen inDeutschland gewittrige Regen- oder Graupelschauer. Die Temperatur erreicht nur noch 9 bis 16 Grad. In den Alpen und den Hochlagen der Mittelgebirge ist ab einer Höhe von etwa 1.000 Metern sogar mit Schnee zu rechnen. Das Wochenende bringt nasskaltes und windiges Schauerwetter.

Lesen Sie auch: Wie ist das Wetter im Herbst laut Hundertjährigem Kalender?

FOTOS: Meteorologischer Herbstanfang 10 Gründe, sich auf den Herbst zu freuen
zurück Weiter 10 Gründe, sich auf den Herbst zu freuen (Foto) Foto: Aleksandr Markin / Shutterstock.com/spot on news Kamera

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jat/kad/news.de/dpa

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