Messer-Attacke in Hurghada: Sollten noch mehr Menschen sterben?

Blick auf den Strand, in Hurghada, Ägypten, an dem ein Attentäter mehrere Urlauber mit dem Messer attackierte. Bild: Christina Rizk / dpa

Der Angreifer wollte dem Manager eines betroffenen Hotels zufolge noch mehr Menschen erstechen. Nach der Flucht von dem Strand habe der Mann auch im benachbarten Hotel "El Palacio" nach Gästen gestochen, sagte der Manager des Gästehauses, Khaled Taha, der Deutschen Presse-Agentur.

"Wir haben den Typen mit seinem Messer gestoppt", sagte Taha. Daran sei auch Sicherheitspersonal des Hotels beteiligt gewesen. Der Mann sei bewusstlos gewesen und vom Personal gefesselt worden. Taha äußerte die Vermutung, dass der Angreifer geistig verwirrt gewesen sei.

Weniger Gewalt gegen Touristen

Der Staatliche Informationsdienst hebt auch hervor, dass die Gewalt gegen Touristen inÄgypten in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen sei. Tatsächlich galten die Urlaubsgebiete am Roten Meer bis jetzt als weitgehend sicher. Was nichts daran änderte, dass nach dem Flugzeugabsturz 2015 Tausende Hotels leer standen, was der ohnehin kriselnden Wirtschaft des Landes empfindlich schadete.

Der Tourismus machte in der Vergangenheit mindestens elf Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus. Fast 2,9 Millionen Arbeitsplätze waren direkt oder indirekt vom Geschäft mit den Urlaubern abhängig - das ist etwa jeder neunte Beschäftigte. Zuletzt jedoch ging es vor allem mit den deutschen Urlaubern wieder bergauf. Reiseveranstalter bezeichneten Ägypten schon als das Trendziel für den Winter.

Attentat ist wirtschaftliche Katastrophe für Hurghada

Für Hurghada, seine Hotels, Restaurants und Bars ist der Tod der Deutschen nicht nur eine menschliche Tragödie, sondern wohl auch eine wirtschaftliche Katastrophe. "Was immer da genau passiert ist, ist natürlich wieder ein herber Schlag gegen den sich gerade wieder erholenden Tourismus in Hurghada", sagt Marcel Lauck, der mit der Caribbean Bar eine der auch unter Deutschen beliebtesten Gaststätten der Stadt am Roten Meer betreibt.

Es tue ihm wahnsinnig Leid für die Angehörigen der Opfer, sagt er. Aber er bittet auch um Verständnis: Überall auf der Welt gebe es Verrückte, die irgendwann ausrasteten. "Dieses Mal leider in Ägypten."

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sam/news.de/dpa

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