Messer-Attacke in Hurghada: 2 Deutsche in Ägypten erstochen - Angreifer handelte im IS-Auftrag

Die beiden deutschen Frauen sind an den Strand gekommen, um sich zu entspannen. Dann nimmt ein Mann schwimmend Kurs auf sie. Er hat ein Messer dabei und ersticht die Deutschen. Hinter dem Angriff steckt offenbar ein IS-Auftrag.

Blick auf den Strand, in Hurghada, Ägypten, an dem ein Attentäter mehrere Urlauber mit dem Messer attackierte. Bild: Christina Rizk / dpa

Zunächst ignorierte Alice Matthiesen die Schreie, die sie um 13 Uhr vom Strand gegenüber hörte - und genoss weiter das Urlaubsidyll. Erst, als Sirenen erklangen, schaut sie zum Nachbarhotel rüber. Männer auf einem Schiff hätten gebrüllt. "Der eine schlug mit einem weißen stockartigen Ding auf jemanden im Wasser ein", schildert die Urlauberin im ägyptischen Badeort Hurghada ihre Eindrücke auf Facebook. Später bestätigt sie der Deutschen Presse-Agentur den Ablauf noch einmal. Matthiesen beobachtete offenbar das Ende einer blutigen Gewalttat, die für zwei deutsche Frauen tödlich endet.

Messer-Attacke in Hurghada: Attentäter kam aus dem Wasser

Wenige Minuten zuvor hatte ein Mann schwimmend Kurs auf den Hotelstrand genommen. Bei Temperaturen an die 40 Grad war er nur einer von vielen im Wasser.Doch als er den Strand betrat, wurde klar, dass der Schwimmer sich hier nicht entspannen wollte. "Dieser Typ ist rübergeschwommen und hat die zwei deutschen Frauen erstochen", sagt ein Manager des Hotels Zahabia im Zentrum Hurghadas.

Er sitzt in der Lobby des Mittelklasse-Hotels und schaut betreten drein. Hinter ihm an der Rezeption herrscht Hektik, die Augenringe des leitenden Mitarbeiters zeugen von einem langen Tag. "Menschen sind gestorben. Das ist nicht einfach", sagt er nur.

Angreifer ersticht zwei Deutsche - Festnahme

Nach seiner Tat sei der Messerstecher dann geflohen, schildert der Hotelier weiter. "Die Leute haben ihn gejagt." Schließlich sei der Mann auf dem Grundstück des Nachbarhotels überwältigt worden. Da sind zwei Menschen schon tot und vier weitere verletzt. Die Leichen wurden weggebracht, der Strand gereinigt, so erzählt es der Manager.

Die Polizei habe den Tatort abgeriegelt, er dürfe nicht betreten werden. Weiter ins Details gehen kann oder will der Mann nicht, er verweist auf die laufende Untersuchung. Auch seinen Namen will er nicht in den Medien lesen.

Steckt hinter der Attacke ein Terror-Attentat?

Die Hintergründe der Tat, die viele deutsche Urlauber verunsichern dürfte, waren zunächst unklar. Während der Hotelmanager die Variante bevorzugte, dass der Täter geistig verwirrt ist, ging Peter-Jürgen Ely von einem Anschlag mit terroristischem Hintergrund aus. An eine Gewalttat aus persönlichen Motiven glaubte der ehemalige deutsche Honorarkonsul Hurghadas nicht. "Warum sollte er die anderen Opfer dann ebenfalls mit dem Messer attackieren?" Zudem deuten unterschiedliche Angaben darauf hin, dass der Mann an zwei verschiedenen Strandabschnitten auf Urlauber losging.

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Erstochene Deutsche waren Langzeitbewohner Hurghadas

Ely, der schon Jahrzehnte in dem Taucherparadies am Roten Meer lebt, erzählt, dass er beide Todesopfer kannte. Sie hätten dauerhaft in dem Ferienort gewohnt und seien immer mal wieder zu den Treffen der großen deutschen Gemeinde gekommen. Eine gemeinsame Bekannte habe die Opfer dann am Freitag identifiziert, sagt Ely. Die beiden getöteten Frauen stammen aus Niedersachsen. Das hat das Innenministerium in Hannover am Samstag bestätigt.

Sicherheitskreise: Hurghada-Angreifer handelte im IS-Auftrag

Der Messer-Angreifer im ägyptischen Badeort Hurghada soll der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) angehört haben. Er habe mit den Extremisten über das Internet in Kontakt gestanden und von ihnen den Auftrag erhalten, Ausländer anzugreifen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Samstag aus Sicherheitskreisen in Kairo.

Es handelt sich demnach um einen Studenten aus dem Norden Ägyptens. Eine offizielle Bestätigung für diese Angaben gab es zunächst nicht.

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