Radikalisierung von Flüchtlingen: Züchten wir Islamisten in den Flüchtlingsheimen heran?

Besseres Essen, mehr Gebetsräume, weniger Sicherheitspersonal: Ein libanesisch-stämmiger Journalist fordert ein Umdenken in deutschen Flüchtlingsheimen. Bislang förderten die schlechten Zustände die Radikalisierung von Muslimen.

Flüchtlinge im November 2015 auf dem Gelände der Erstaufnahmestelle in Suhl in Thüringen. Bild: dpa

Deutschland ist wiederholt zum Ziel islamistischer Terroristen geworden. Eine kontroverse These hat nun der aus Pakistan stammende Journalist Shams Ul-Haq geäußert, der selbst als 15-Jähriger 1990 mit einer Schleuserbande nach Deutschland kam und seit 2015 unter falschem Namen in verschiedenen deutschen Flüchtlingsheimen recherchierte: Dem Nachrichtenportal "Tag24" sagte Ul-Haq, Islamisten würden bereits durch die verheerenden Zustände in den Heimen herangezüchtet.

Viele "Schläfer" unter den Flüchtlingen

Einerseits seien unter den Millionen Flüchtlingen, die in den letzten Jahren nach Europa gekommen seien, natürlich auch viele sogenannte zu Terrortaten bereite "Schläfer", die in ihren Heimatländern bereits für Terrororganisationen wie den Islamischen Staat oder Al Kaida gearbeitet hätten, so Ul-Haq. Doch für den Journalisten ist zentral, dass die deutsche Gesellschaft die Terroristen in den Flüchtlingsheimen selbst heranzüchte: Schuld seien die zum Teil schlimmen Zustände in den Heimen, so der Journalist gegenüber "Tag24".

Zustände in deutschen Flüchtlingsheimen: Schlechtes Essen und Gewalt durch das Sicherheitspersonal?

Wenn das Essen in einem Heim zum Beispiel schlecht sei, es keine Räume zum Beten gebe, Kinder misshandelt würden oder Sicherheitsleute Gewalt ausübten, dann reiche es bereits, wenn auch nur ein Islamist in der Gruppe sei, der die Menschen gegen "die Deutschen" aufhetze. Hinzu kämen Salafisten, die sich häufig als ehrenamtliche Mitarbeiter bereit erklärt hätten, und die die Flüchtlinge für sich gewinnen können.

Radikalisierung von Muslimen beginnt im Heim und setzt sich auf der Straße fort

Auf der Straße setze sich dieser Prozess der Indoktrinierung fort: Flüchtlinge würden gezielt angesprochen oder in Moscheen radikalisiert. Die Menschen würden "so bearbeitet", dass sie "von selbst auf diesen Weg kommen". Im Gespräch mit "Tag24" forderte Ul-Haq daher, Flüchtlingsheime wie Familien zu konzipieren, und wesentlich mehr Sozialpädagogen und weniger Sicherheitsleute einzusetzen. Sogenannte "Gefährder" und kriminelle Flüchtlinge hingegen müssten konsequent abgeschoben werden.

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Eine Chronologie
Etappen der Flüchtlingskrise in Deutschland
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