Tod eines Mädchens (15): Facebook muss Konto nicht an Eltern freigeben

Wenn das eigene Kind stirbt und niemand weiß, warum ist es schrecklich. Den Eltern eines Teenagers wollten mit der Ungewissheit nicht leben und klagten gegen Facebook, damit sie Zugriff auf das Konto ihrer toten Tochter bekommen.

Facebook muss Konten verstorbener User nicht freigeben. Bild: picture alliance / Stephan Jansen/dpa

Eltern haben keinen Anspruch auf Zugang zum Facebook-Account ihres verstorbenen Kindes. Das entschied das Berliner Kammergericht am Mittwoch in zweiter Instanz und stellte sich damit gegen ein erstes Urteil des Landgerichts von 2015.

Eltern wollen Klarheit über Tod der Tochter

Geklagt hatte eine Mutter, deren Tochter 2012 an einem Berliner U-Bahnhof von einem einfahrenden Zug tödlich verletzt wurde. Die Eltern wollen klären, ob es sich um einen Suizid gehandelt haben könnte und fordern von Facebook Zugang unter anderem zu den Chat-Nachrichten.

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Doch der US-Konzern verweigert sich und beruft sich dabei unter anderem auf den Datenschutz. In erster Instanz hatte das Berliner Landgericht 2015 im Sinne der Mutter entschieden. Facebook war dagegen in Berufung gegangen, weshalb die Entscheidung nun beim Kammergericht lag. Die Richter hatten zunächst eine Einigung angeregt, diese war aber nicht zustande gekommen.

Gegen das Urteil ist eine Revision zugelassen.

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koj/news.de/dpa

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