Kirchenasyl in Flintbek bei Kiel: Flüchtling haust in Kita-Keller - und die Eltern rasten aus

Um ihren Teil zur Lösung der Flüchtlingskrise beizutragen, nimmt die evangelische Kirche im Örtchen Flintbek in der Nähe von Kiel seit Jahren Flüchtlinge im Kirchenasyl auf. Allerdings wird der Akt der Nächstenliebe nun zum Zankapfel: Ein Flüchtling kam jetzt im Keller einer Kirchen-Kita unter - und ließ die Eltern auf die Barrikaden gehen.

Ein Flüchtling aus Eritrea soll in einer Kita in der Nähe von Kiel einquartiert worden sein - ein Umstand, der den Eltern ein Dorn im Auge ist (Symbolbild). Bild: Jens Büttner / picture alliance / dpa

Zahlreiche Gemeinden in Deutschland haben Probleme, mit dem Ansturm von Flüchtlingen zurecht zu kommen. Wird der Platz in Flüchtlingseinrichtungen knapp, gibt es noch die Möglichkeit des Kirchenasyls - bereits seit Jahrhunderten finden Notleidende bei der Kirche ein Uqartier. Doch dieser Akt der Nächstenliebe sorgt jetzt in dem Örtchen Flintbek in der Nähe von Kiel für mächtig Zoff, wie beim "Flensburger Tageblatt" zu lesen ist.

Flüchtling wohnt in Kita-Keller - Eltern laufen Sturm

Der für die Gemeinde Flintbek zuständige Pfarrer Manfred Schade steht nämlich derzeit im Kreuzfeuer der Kritik, weil die evangelische Kirche des Ortes einen von der Kirche geleiteten Kindergarten als Flüchtlingsunterkunft nutzt. Dem "Flensburger Tageblatt" zufolge soll seit Monaten in den Kellerräumen der Kindertagesstätte ausreisepflichtigen Flüchtlingen Unterschlupf gewährt worden sein. Aktuell ist es ein Flüchtling aus Eritrea, der im Keller des Kindergartens haust. Für die Eltern, deren Kinder die Kita besuchen, ist dieser Umstand jedoch alles andere als tragbar.

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Kirchenasyl in Flintbek bei Kiel: Kindergarten als Flüchtlingsunterkunft genutzt

So zitiert das Blatt besorgte Eltern mit den Worten, eine Kindertagesstätte sei kein passender Ort, um Kirchenasyl anzubieten - zudem könne man nicht garantieren, dass möglicherweise traumatisierte Flüchtlinge in der Notunterkunft nicht durchdrehen und den Kindergartenkindern etwas antun. Auch sei die Unterbringung in einem finsteren Kellerraum nicht förderlich für die psychische Stabilität der Flüchtlinge, heißt es weiter.

Evangelische Kirche bleibt bei Zoff um Kirchenasyl stur

Doch obwohl die Eltern in Flintbek Sturm laufen gegen die Kirchenasyl-Praktiken in der Kita - die Kirchenleitung will offenbar an der Unterbringung von Flüchtlingen im Kindergarten festhalten. Pfarrer Manfred Schade habe dem "Flensburger Tageblatt" zufolge einen offenen Brief an die wütenden Eltern verfasst, aus dem hervorgeht, dass es jedem freistelle, sein Kind aus der kirchlichen Kita abzumelden. Man werde jedoch nicht zulassen, dass "die schwächsten Glieder dieser Gesellschaft als potenzielle Gefährder oder Terroristen öffentlich verunglimpft werden", so ein Auszug aus dem Schreiben.

FOTOS: 2015 - Das Jahr der Flüchtlinge Die Flüchtlingskrise in Bildern

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Darf ein Flüchtling in einem Kindergarten untergebracht werden?

Allerdings zoffen sich nicht nur die Eltern, sondern auch der Landrat in Flintbek bei Kiel mit der evangelischen Kirche. Die Kommunalpolitiker um Landrat Rolf-Oliver Schwemer argumentierten, die Kellerräume der Kita seien baulich nicht für die Unterbringung von Flüchtlingen geeignet und zudem anders als tatsächliche kirchliche Gebäude nicht für das Kirchenasyl brauchbar. Zudem wurden Bedenken laut, dass mit den einquartierten Flüchtlingen Fremden Zugang zu dem Kindergarten gewährt werde, was den Regularien zufolge untersagt sei.

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loc/grm/news.de

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