Hinrichtungen in Arkansas: US-Bundesstaat exekutiert zwei Mörder an EINEM Tag

Weil das Verfallsdatum eines Betäubungsmittels bald erreicht ist, hat es die Justiz in Arkansas eilig. Erstmals seit 16 Jahren werden zwei Todesurteile an einem Tag vollstreckt und die beiden verurteilten Mörder und Vergewaltiger Jack Jones und Marcel Williams hingerichtet.

In Arkansas sind zwei verurteilte Mörder an einem Tag hingerichtet worden - eine Doppelhinrichtung gab es in dem US-Bundesstaat zuletzt vor 16 Jahren. Bild: Paul Buck / EPA / picture alliance / dpa

Zwei zum Tode verurteilte Häftlinge sind im US-Bundesstaat Arkansas am Montag (Ortszeit) mit der Giftspritze hingerichtet worden. Jack Jones, im Jahr 1996 wegen Mordes und Vergewaltigung verurteilt, sei am Abend in der Haftanstalt von Little Rock mit der Giftspritze exekutiert worden, teilte die Generalstaatsanwältin des Bundesstaates, Leslie Rutledge, mit. Rund drei Stunden später wurde auch Marcel Williams hingerichtet - ebenfalls ein verurteilter Mörder und Vergewaltiger.

Mit diesem Giftcocktail werden die Gefangenen in Arkansas exekutiert

Die Exekutionen sind Teil einer geplanten Serie von ursprünglich insgesamt acht Hinrichtungen binnen weniger als zwei Wochen. Hintergrund ist, dass bei den Vorräten des Wirkstoffes Midazolam als Teil des Giftcocktails Ende April das Haltbarkeitsdatum abläuft. Die US-Behörden haben Nachschubprobleme, weil einige Hersteller ihre Mittel nicht für Exekutionen zur Verfügung stellen. Neben Midazolam enthält der Todescocktail in Arkansas US-amerikanischen Medienberichten zufolge das Muskelrelaxans Vecuronium sowie Kaliumchlorid, das zum Herzstillstand führt. Der Bestandteil Midazolam wirkt hingegen betäubend.

Zwei Hinrichtungen an einem Tag trotz massiver Proteste

Es war das erste Mal seit 16 Jahren, dass in einem US-Bundesstaat an einem Tag zwei Menschen exekutiert wurden. Menschenrechtler liefen Sturm gegen die Hinrichtungsserie und forderten die Abschaffung der 1976 in den USA wieder eingeführten Todesstrafe. Die Anwälte der Getöteten hatten in einer beispiellosen Justizschlacht bis zuletzt versucht, die Vollstreckung der Todesurteile zu verhindern oder zumindest aufzuschieben.

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Jack Jones und Marcel Williams in Arkansas mit Giftspritze hingerichtet

Als Grund nannten die Verteidiger von Jack Jones den Gesundheitszustand ihres Mandanten: Der 52-Jährige sei als Diabetiker auf bestimmte Medikamente angewiesen, die unter Umständen in Kombination mit dem bei der Exekution eingesetzten Giftcocktail besonders schwere Todesqualen hervorrufen würden. Auch der Rechtsbeistand von Marcel Williams brachte den Gesundheitszustand des 46-Jährigen als Grund an, die Vollstreckung des Todesurteils aufzuschieben. Da der 46-Jährige, der vor 23 Jahren der Vergewaltigung und Ermordung einer 22-Jährigen schuldig gesprochen und zum Tode verurteilt wurde, massiv übergewichtig sei, fürchteten seine Verteidiger, der Giftcocktail sei unwirksam und würde nicht den Tod, sondern nur körperliche Qualen verursachen.

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Am vergangenen Donnerstag war bereits Ledell Lee (51) mit der Giftspritze getötet worden. 1997 wurde das Todesurteil gegen den verurteilten Mörder bekräftigt, der seine Nachbarin Debra Resse mit 36 Schlägen getötet haben soll. Die Vollstreckung mindestens zweier weiterer Urteile wurde von Gerichten vorerst gestoppt.

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loc/news.de/dpa

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