30.03.2018, 07.48 Uhr

Gründonnerstag, 29.03.2018: Ist der Donnerstag vor Ostern ein arbeitsfreier Feiertag?

Mit dem Gründonnerstag endet traditionell die Fastenzeit und das Osterfest bricht an. Doch ist der Gründonnerstag eigentlich ein Feiertag, an dem man frei hat? Und welche Traditionen und Bräuche sind an dem Tag vor Karfreitag beliebt? Was Sie zur Geschichte von Gründonnerstag wissen müssen, lesen Sie hier.

Am Gründonnerstag endet die 40-tägige Fastenzeit, gleichzeitig werden die Feierlichkeiten für das Osterfest eingeläutet. Bild: Michael Reichel / picture alliance / dpa

Das Osterfest 2018 steht unmittelbar bevor - doch bevor die Eiersuche am Ostersonntag losgeht, steht zunächst ein anderer Tag im Kalender: der Gründonnerstag, der in diesem Jahr auf den 29.03. fällt. Für gläubige Christen hat dieser Tag eine besondere Bewandnis - doch was hat es mit der Geschichte von Gründonnerstag auf sich, und kommt dem Tag vor Karfreitag eine spezielle Bedeutung zu?

Gründonnerstag am 29.03.2018: Ist der Tag vor Karfreitag ein arbeitsfreier Feiertag?

Wer selbst wenig mit der Kirche am Hut hat, den wird vor allem interessieren, ob der Gründonnerstag ein Feiertag ist und ob man an diesem Tag arbeiten muss oder guten Gewissens zuhause bleiben kann. Arbeitsmuffel, die sich insgeheim auf einen zusätzlichen freien Tag vor Ostern gefreut haben, müssen tapfer sein: Der Gründonnerstag ist in Deutschland - anders als Karfreitag oder Ostermontag - kein gesetzlicher Feiertag und deshalb auch kein arbeitsfreier Tag. Wer sich am Gründonnerstag nicht ins Büro schleppen möchte, muss also Urlaub nehmen. Schulkinder hingegen können sich freuen, denn der Gründonnerstag ist 2018 in allen Bundesländern mit Ausnahme von Hamburg ein Ferientag.

Kein regulärer Feiertag in Deutschland: Gründonnerstag bleiben die Geschäfte normal geöffnet

Allerdings werden es viele verschmerzen können, dass der Gründonnerstag ein regulärer Arbeitstag ist, denn das bedeutet, dass die Geschäfte normal geöffnet haben und nicht wie an gesetzlichen Feiertagen geschlossen bleiben. Die beste Möglichkeit also, auf den letzten Drücker ein paar Ostergeschenke zu besorgen, ohne vor verschlossenen Geschäften stehen zu müssen!

Das ist die Bedeutung von Gründonnerstag aus kirchlicher Sicht

Bleibt nur noch die Frage zu klären, weshalb der Gründonnerstag - oder Palmdonnerstag, wie er auch oft bezeichnet wird - eine Sonderstellung im Kalenderjahr besitzt. Die Antwort darauf findet sich in christlichen Traditionen und in der Bibel: Der Tag vor Karfreitag bildet den Auftakt zur sogenannten Karwoche und gleichzeitig das Ende der 40-tägigen Fastenzeit, die gläubige Christen ab Aschermittwoch einhalten. Der biblischen Überlieferung zufolge feierte Jesus am Abend vor seiner Kreuzigung mit seinen zwölf Jüngern nach einer rituellen Fußwaschung das letzte Abendmahl, das nicht zuletzt dank der Darstellung von Leonardo da Vinci in die Kunstgeschichte einging. Für gläubige Christen ist der Gründonnerstag somit ein ganz besonderer Tag, nimmt hier das Gedächtnis an das Leiden und Sterben sowie die Auferstehung Jesu Christi doch seinen Anfang. Die Tradition der Fußwaschung hat sich ebenfalls bis heute erhalten: In vielen Gemeinden übernehmen die Geistlichen diese ursprünglich als Sklavenarbeit angesehene Aufgabe als Zeichen von Barmherzigkeit, auch der Papst vollzieht dieses Ritual Jahr für Jahr.

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Traditionen und Bräuche am Gründonnerstag - weshalb gibt es grünes Essen?

Am Gründonnerstag versammeln sich Christinnen und Christen traditionell zu einem Gottesdienst und feiern das Abendmahl, zudem sind die Kirchenglocken am Gründonnerstag das letzte Mal zu hören, bis sie erst wieder am Ostersonntag erklingen. Am Karfreitag, dem Tag der Kreuzigung, schweigen die Glocken hingegen; auch Orgelklänge sind nur in Ausnahmefällen zu hören.

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Die besonderen Traditionen am Gründonnerstag setzen sich auch außerhalb der Kirchen fort. So gibt es zahlreiche Bräuche, die teils dem Volksaberglauben entstammen und bis heute erhalten sind. Besonders beliebt ist es, am Gründonnerstag grüne Speisen, Kräuter oder Gemüse zu verzehren. In einigen Landstrichen haben sich außerdem Umzüge erhalten, die dem Volksglauben nach böse Geister austreiben sollen.

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loc/sam/news.de

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