Mordfall Walter Lübcke im News-Ticker

Stephan E. gesteht Mord an CDU-Politiker - Zwei weitere Festnahmen

Der Verdächtige im Mordfall Lübcke legt überraschend ein Geständnis ab. Für die Ermittler ist das offenbar ein Durchbruch. Sie finden Waffen, und es kommt zu weiteren Festnahmen. Alle aktuellen Entwicklungen im News-Ticker.

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05.04.2017, 15.30 Uhr

Gorch-Fock-Unfall heute: Das tragische Schicksal der Kadettin Jenny Böken

Warum war kein Wasser in der Lunge der tot aus der Nordsee geborgenen Kadettin Jenny Böken? Ihre Eltern vermuten, dass die 18-Jährige bereits tot war, als sie ins Wasser stürzte. Viele Fragen zu der Tragödie von 2008 halten sie bis heute für offen.

Das Segelschiff Gorch Fock steuert nach dem Tod zweier Kadetten in eine ungewisse Zukunft. Bild: Carsten Rehder/dpa

Es ist die Nacht zum 4. September 2008. Der Himmel ist klar, das Meer ruhig. Bei Windstärke sieben fährt die "Gorch Fock", Segelschulschiff der Deutschen Marine, nördlich von Norderney durch die Nordsee. Die Wellen sind etwa zwei Meter hoch, zu wenig, um den 80 Meter langen Dreimaster aus der Ruhe zu bringen. Die 18 Jahre alte Kadettin Jenny Böken hält Nachtwache - und geht kurz vor Mitternacht über Bord. Ihre Leiche wird am 15. September bei Helgoland gefunden.

Gorch-Fock-Unfall: Tod von Kadettin Jenny Böken noch immer nicht geklärt

Mehr als acht Jahre nach dem Tod der "Gorch Fock"-Kadettin Jenny Böken (18) ist nach Ansicht der Eltern der Fall trotz mehrerer Gerichtsprozesse nicht aufgeklärt. "Wir halten es für hochwahrscheinlich, dass Jenny schon an Bord zu Tode gekommen ist, das würde auch erklären, warum sie kein Wasser in der Lunge hatte", sagte Vater Uwe Böken in Geilenkirchen (Nordrhein-Westfalen) der Deutschen Presse-Agentur. "Einem Unfalltod durch Ertrinken, wie es die Obduktion als wahrscheinlichste Todesursache ergeben haben soll, widersprechen mehrere Ungereimtheiten", betonte auch Mutter Marlis Böken.

Unklare Todesursache! Wollte die Besatzung der Gorch Fock etwas vertuschen?

"Ein Mitarbeiter des Forschungsschiffs 'Walter Herwig III' - es hatte den Leichnam geborgen - berichtete, Jenny sei mit ihrem Marineparka aus dem Wasser gezogen worden", sagte Uwe Böken. Später hieß es, zur Obduktion sei Jenny in Sweatshirt und Marinehose gebracht worden, von einem Parka keine Spur mehr.

"Für mich drängt sich die Schlussfolgerung auf, alles sollte so aussehen, dass Jenny im Wasser noch lebte und sich des Parkas entledigt habe, um besser schwimmen zu können", sagte der Vater. "Wenn man sie mit Parka in der Nordsee findet und sie kein Wasser in der Lunge hat, hätte jeder Staatsanwalt davon ausgehen müssen, dass sie schon tot war, als sie ins Wasser fiel."

Fiel Jenny Böken einem tödlichen Streich auf der Gorch Fock zum Opfer?

Die Eltern glauben nicht an einen Mord, "aber es könnte ein Streich einer Clique gewesen sein, die Jenny auf der 'Gorch Fock' möglicherweise irgendetwas in den Tee getan hat". Ihre Tochter habe bei der Marine immer wieder darüber geklagt, extrem müde zu sein und einzuschlafen - "ein Phänomen, das sie vorher niemals hatte", sagte Böken. Möglicherweise könnte dies mit den zahlreichen Impfungen bei der Bundeswehr zusammenhängen. Das renommierte Paul-Ehrlich-Institut in Langen bei Frankfurt habe noch keine abschließende Einschätzung zu dieser These eines Mediziners gegeben.

Lesen Sie hier: Rechtsrock an Bord – Neuer Wirbel um Segelschulschiff "Gorch Fock".

Eltern ermitteln weiter! Tagebuch von Jenny Böken bleibt verschollen

Seit mehr als acht Jahren warten die Eltern auf ein Paket, das die Marine nach Jennys Tod abgeschickt haben will. Darin sollen Gegenstände aus dem abschließbaren persönlichen Wertfach aus Jennys Spind gewesen sein. "In dem Fach hätte auch das persönliche Tagebuch liegen müssen", sagte Marlis Böken. "Bekommen haben wir nur Jennys dienstliches Tagebuch, auf das auch Vorgesetzte Einblick hatten." Auch dieses enthalte manche Passagen über Mobbing auf der "Gorch Fock". Über ihr persönliches Tagebuch habe Jenny sinngemäß gesagt, "ihr werdet euch wundern, was ich da noch alles drin aufgeschrieben habe". Auf der Internetseite jenny-boeken.de hat der Vater sämtliche Ungereimtheiten akribisch dargestellt.

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