07.03.2017, 07.49 Uhr

Flüchtiger 19-Jähriger aus Herne: Polizei prüft Hinweise auf weiteres Opfer

Im nordrhein-westfälischen Herne ereignete sich am Montagabend Schreckliches. Ein 9 Jahre alter Junge wurde umgebracht. Der mutmaßliche Täter, ein 19-Jähriger, ist auf der Flucht. Die Polizei sucht mit einem Foto nach ihm. Am Dienstagabend gibt es die nächste Schreckensmeldung.

Das von der Polizei Bochum zur Verfügung gestellte Fahndungsfoto zeigt einen dringend tatverdächtigen 19-jährigen Mann aus Herne (NRW). Bild: dpa

Nach dem Mord an einem Neunjährigen aus Herne geht die Polizei Hinweisen auf ein weiteres mögliches Opfer des mutmaßlichen Täters Marcel H. nach. Ein User habe sich in einem Chat als der flüchtige Mörder des Neunjährigen ausgegeben und dort beschrieben, wie er ein "120 kg Biest bekämpft" habe, teilte die Polizei Bochum am Dienstagabend (07.03.2017) mit. Auch von Folter ist in dem von der Polizei veröffentlichten Chattext die Rede, um an Daten für Bank, Computer und Telefon zu kommen.

Die Polizei rief dazu auf, sich zu melden, falls im Umfeld eine Frau vermisst werde. "Wenn man dem Täter glaubt, müsste sich der Tatort dieses zweiten Verbrechens im Umkreis von 80 km um Herne befinden", hieß es in der Mitteilung. Die Polizei schließt nicht aus, dass es sich bei der Tatbeschreibung um eine Falschmeldung handelt. "Aber die Gefahrenlage macht es nötig, das ernst zu nehmen." Nach Angaben der Ermittler seien zudem weitere Bilder aufgetaucht, die womöglich dem gesuchten Marcel H. zuzuordnen sind.

VIDEO: 19-Jähriger soll Neunjährigen getötet haben
Video: dpa

Der 19-Jährige wird verdächtigt, in Herne bei Bochum einen kleinen Nachbarsjungen umgebracht und Bilder davon ins Darknet gestellt zu haben. Das neun Jahre alte Kind wurde am Montagabend erstochen im Keller des mutmaßlichen Täters in einer Arbeitersiedlung gefunden. Die Beamten warnten, dass der Verdächtige gefährlich sei und weitere Verbrechen angedeutet habe. Bis Dienstagabend war der Mordverdächtige noch nicht gefasst.

Herne: 19-Jähriger tötet Neunjährigen

Als ungefähre Tatzeit im Fall des getöteten Jungen gab ein Polizeisprecher in der Nacht zum Dienstag 18.35 Uhr an. Die Polizei sei rund zwei Stunden nach der Tat von Anwohnern informiert worden. Der Tatort liegt nach Angaben von Augenzeugen in einem gemischten Wohnviertel mit Ein- und Mehrfamilienhäusern.

Zum Hintergrund der Tat machte der Polizeisprecher keine Angaben. Auch wie der Junge zu Tode kam, wollte er nicht sagen. Der 19-Jährige habe in der Nachbarschaft des Jungen gewohnt, hieß es lediglich. Mutmaßlicher Täter und Opfer seien nicht miteinander verwandt. Eine Mordkommission habe die weiteren Ermittlungen übernommen.

Mutmaßlicher Täter auf der Flucht

Polizisten suchten am frühen Dienstagmorgen in Herne und den angrenzenden Ruhrgebietsstädten noch nach demflüchtigen Täter. Über ihn wisse man, dass er Kampfsportler sei. Es sei unklar, ob er darüber hinaus bewaffnet sei. Auf die Frage, ob der Mann für die Bevölkerung gefährlich sei, sagte der Sprecher: "Ausschließen können wir das nicht." Was ihn zu der Tat getrieben haben könnte, wollte ein Polizeisprecher aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen. Die Polizei stuft ihn als gefährlich ein, weil er in seinen Äußerungen angedeutet habe, möglicherweise weitere Taten zu begehen. Er habe auch Gedanken an einen Suizid angedeutet.

Lesen Sie auch: Mann (41) auf offener Straße erstochen

Mord in Herne: Polizei bittet um Hilfe

Der Flüchtige wird als rund 1,75 Meter groß, blond und sehr schlank beschrieben. Zudem sei er Brillenträger und trage eine Hose und Weste in Tarnfarben. Die Polizei bittet in einer Mitteilung Menschen, die den Mann erkennen, ihn nicht anzusprechen, sondern umgehend den Polizei-Notruf zu wählen. Der laut Polizei arbeitslose 19-Jährige mit abgeschlossener Schulausbildung lebte zuletzt offensichtlich alleine in dem Reihenhaus zwischen Rhein-Herne-Kanal und Emscher. Es habe wohl ein Umzug im Raum gestanden, die Eltern seien bereits nicht mehr dort gemeldet, berichtete der Polizeisprecher. Auf der Suche nach Marcel H. Hubschrauber, Hunde ein und Bereitschaftspolizisten hinzugezogen.

  • Seite:
  • 1
  • 2
Empfehlungen für den news.de-Leser