Empörung in Wuppertal: Schule verbietet "provozierendes Beten" von Muslimen

In einem Gymnasium in Wuppertal sorgt eine Anweisung der Schulleitung für Aufruhr. Muslimische Schüler sollen durch "provozierendes Beten" auffallen. Nun wurde das Beten verboten. Außerdem sollen Lehrer betreffende Schüler melden.

Gymnasium in Wuppertal verbietet "provozierendes Beten". Bild: dpa

Wie "Der Westen" berichtet, gelang eine interne Meldung der Schulleitung an die Öffentlichkeit. "In den vergangenen Wochen wurde zunehmend beobachtet, dass muslimische Schülerinnen und Schüler im Schulgebäude für andere deutlich sichtbar beten, signalisiert durch rituelle Waschungen in den Toiletten, das Ausrollen von Gebetsteppichen, das Einnehmen von bestimmten Körperhaltungen. Dies ist nicht gestattet", steht in dem Schreiben. Hält sich ein Schüler nicht an diese Anweisung, sollen Lehrer den Vorfall der Schulleitung melden und den Namen des Schülers feststellen.

Ist das Gebetsverbot rechtens?

Die Empörung ist groß. Werden muslimische Schüler an dem Gymnasium diskriminiert? Laut "Der Westen" will sich die Schule selbst sich nicht äußern. "Das Verbot des Betens auf provozierende Art in der Schulöffentlichkeit soll das friedliche Miteinander fördern und den Schulfrieden sichern", zitiert das Blatt aus einem Schreiben der Bezirksregierung. Angeblich fühlten sich Mitschüler und Lehrer durch das Beten bedrängt. Angeblich soll durch die Feststellung der Namen nur über die Möglichkeit eines Gebetsraumes gesprochen werden.

"Die Schulleiterin hat dazu die Möglichkeit im Rahmen des Hausrechts. Das verfassungsmäßige Gebot des Funktionierens des Schulbetriebes und des Bildungsauftrags Art 5 GG, geht der Religionsausübungsfreiheit vor", schreibt die Bezirksregierung weiter. Ein Gebetsverbot an Schulen ist demnach also völlig legitim.

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bua/koj/news.de

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