29.01.2017, 19.14 Uhr

Arnstein bei Würzburg: 6 tote Teenager nach Party in Gartenlaube entdeckt - Kripo ermittelt

Ein grauenhafter Fund erschütterte die Stadt Arnstein in der Nähe von Würzburg: In einer Gartenlaube fand ein Vater am Sonntag die Leichen von sechs jungen Frauen und Männern, darunter seine eigenen Kinder. Die Teenager hatten am Vorabend eine Party in der Gartenhütte gefeiert - jetzt ermittelt die Kriminalpolizei.

Grausiger Fund: In der Nähe von Arnstein (Landkreis Main-Spessart) bei Würzburg wurden am Sonntagmorgen die Leichen von sechs jungen Frauen und Männern entdeckt in einer Gartenlaube entdeckt. Bild: Hoefig / NEWS5 / picture alliance / dpa

Diesen Anblick wird er sein Leben lang nicht vergessen können: Ein besorgter Vater hat in Arnstein bei Würzburg die Leichen von sechs Teenagern entdeckt, darunter seine eigenen Kinder. Die jungen Erwachsenen im Alter von 18 und 19 Jahren hatten auf dem abgelegenen Grundstück des Vaters in einem Gartenhäuschen in der Nacht zum Sonntag eine Party gefeiert.

Tod nach Gartenparty: Sechs Jugendliche sterben in Gartenlaube

Wie das Polizeipräsidium Unterfranken und die Staatsanwaltschaft Würzburg mitteilten, lagen die Toten im Alter von 18 und 19 Jahren in einem Gartenhäuschen auf einem abgelegenen Grundstück. Die Kriminalpolizei und die Staatsanwaltschaft haben die Ermittlungen aufgenommen.

Die Laube steht in einer extrem einsamen Gegend. Mehrere Kilometer sind es bis nach Arnstein, dem nächsten kleineren Städtchen im unterfränkischen Landkreis Main-Spessart bei Würzburg. Auf dem Weg dahin sind vor allem Felder, Wälder, ab und an ein Bauernhof zu sehen. An einem langen holprigen Weg liegt dann das Gartengrundstück, rundum eingewachsen und schon etwas verwildert.

Das rostige Tor ist mit einem schwarzen Fahrradschloss versperrt, davor flattert ein Absperrband der Polizei. Ein behelfsmäßiger Ausdruck auf Papier in einer Klarsichthülle macht klar: "Tatort - Betreten verboten!" Zur Sicherheit sind am Sonntagabend auch Polizisten vor Ort, die Scheinwerfer des Streifenwagens eingeschaltet.Das Gartenhaus ist in der Dunkelheit dennoch nicht zu sehen. Polizeisprecher Björn Schmitt schildert, wie es dort aussieht: "Das ist ein kleineres, älteres Haus. Man kann es schon als Gartenhaus bezeichnen, aber es ist ein gemauertes Gebäude mit einem kleinen Anbau."

Kriminalpolizei ermittelt zum Tod von sechs Jugendlichen in Arnstein

Die Todesursache war den Angaben zufolge zunächst unklar, die Toten sollten obduziert werden. Hinweise, die auf ein Gewaltverbrechen hindeuten würden, lagen am Sonntagabend zunächst nicht vor. "Es kommen unterschiedliche Ursachen in Betracht", sagte ein Polizeisprecher.

In dem Haus habe ein Holzofen gestanden, den die jungen Freunde aufgrund der Kälte auch eingefeuert hatten. Theoretisch möglich sei daher eine Kohlenmonoxidvergiftung. "Es bestehen aber noch viele andere Möglichkeiten, das ist reine Spekulation." Klarheit über die Todesursache werde erst die Obduktion der Leichname geben; bis dahin könne es aber mehrere Tage dauern.

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Sechs Todesopfer in Gartenlaube: Teenager aus dem Landkreis Main-Spessart ums Leben gekommen

Bei den Opfern handelt es sich um fünf junge Männer und eine junge Frau. "Die kamen größtenteils aus dem Landkreis Main-Spessart, aber nicht alle aus Arnstein. Einer kam aus dem Landkreis Schweinfurt", erläuterte der Polizeisprecher. Weil der Vater der Geschwister nach der Feier am Samstagabend bis in die Morgenstunden hinein keinen Kontakt zu den Kindern herstellen konnte, war er am Vormittag zur Hütte gefahren. Dort wollte er nachsehen, ob alles in Ordnung ist. In dem Gartenhäuschen, das der Familie gehört, fand er dann aber seine Kinder und deren Freunde tot.

Obwohl der Mann sofort den Rettungsdienst verständigte, konnten die Feuerwehr und ein Notarzt nur noch den Tod der Teenager feststellen. Die Angehörigen wurden informiert und gemeinsam von einem Notfallseelsorger und dem örtlichen Pfarrer betreut.

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Arnstein unter Schock: Tote Teenager in Gartenlaube als Stadtgespräch

In Arnstein, einem Städtchen mit gut 8.000 Einwohnern, macht die Nachricht von der Tragödie sofort die Runde. Ein Nachbar der Familie, der die Hütte gehört, ist tief betroffen. Er habe die meisten der Opfer gekannt - und die junge Frau habe ihren 18. Geburtstag gefeiert, sagt er.

In der "Brotzeithütte", wie der alte Gartenschuppen in den ehemaligen Weinbergen mit nachträglich eingebauten Fenstern genannt wird, hätten junge Leute immer wieder mal gefeiert, erzählt ein anderer Einwohner. Wie die anderen Gäste in der Gaststätte im Ortskern kennt auch er heute nur ein Thema. Schon am Mittag, als Rettungskräfte mit Blaulicht durch die Straßen rasten, habe man geahnt, "dass da was Schlimmeres passiert sein muss". Wie schlimm aber - das hatte sich wohl niemand ausmalen können.

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loc/news.de/dpa

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