27.01.2017, 08.51 Uhr

Mordfall Carolin G. und Mordfall Lucile K.: Die Polizei sucht DIESEN Serienkiller

In Kufstein wird eine junge Frau vergewaltigt und ermordet. Knapp drei Jahre später schlägt der Täter wieder zu - im rund 400 Kilometer entfernten Endingen bei Freiburg. DNA-Spuren bringen die Ermittler ein entscheidendes Stück voran - aber noch nicht ans Ziel.

Rund 2000 Hinweisen sind die Ermittler in Endingen bei Freiburg nachgegangen, seit dort vor knapp drei Monaten die junge Carolin G. ermordet wurde. Doch keine von ihnen führte zum Erfolg. Erst Spezialisten im Labor haben nun eine entscheidende Spur gefunden. Sie führt nach Österreich - und zu einem Mehrfachtäter. Der Unbekannte, der in Endingen die Joggerin ermordete, hat eine ähnliche Tat bereits vor drei Jahren in Tirol begangen. Opfer war damals die französische Studentin Lucile K. Die Polizei geht damit am Donnerstag an die Öffentlichkeit. Wer der Mann ist, wissen die Ermittler aber nicht. Gesucht wird er mit einem Phantombild.

Mordfall Carolin G. und Mordfall Lucile K.: Es ist ein Serienmörder!

"Das Ergebnis lässt keinen vernünftigen Zweifel zu, dass es sich nicht um dieselbe Person handelt, sagt Hansjörg Mayr, der Sprecher der Staatsanwaltschaft Innsbruck, als er am Donnerstag vor die Presse tritt. Der ungeklärte Sexualmord im rund 400 Kilometer entfernten Endingen, der die Ermittler beschäftigt, nimmt damit eine entscheidende und überraschende Wendung.

In einem kleinen Waldstück in den Weinbergen des 9000 Einwohner zählenden Ortes unweit von Freiburg wurde Anfang November die Leiche der 27-Jährigen Carolin. Die junge Frau war vergewaltigt und ermordet worden. Sie war vor der Tat alleine zum Joggen aufgebrochen. Eindeutige DNA-Spuren fanden sich in Endingen nicht. Doch kleine Teile von Körperspuren reichten, um im Labor nun eine Verbindung herzustellen. Das Ergebnis: Die Spuren sind identisch mit jenen, die nach einem ähnlichen Mord 2014 in Kufstein gefunden worden waren.

Mordfall Lucile K.: Studentin wurde mit einer Eisenstange erschlagen

"Die Parallelen sind eindeutig", sagt Polizeisprecher Walter Roth in Freiburg. Der Unbekannte, den die Ermittler nun im Visier haben, hat demnach in Kufstein im Januar 2014 die 20 Jahre alte französische Studentin angegriffen und mit einer Eisenstange erschlagen. Die 20-Jährige war alleine unterwegs und wurde, wie auch das Opfer in Endingen, Opfer eines Sexualverbrechens.

Auch in Endingen war vermutlich eine Eisenstange die Tatwaffe. Beide Morde, sagen die Ermittler, seien durch eine große Brutalität gekennzeichnet. Die junge Frau in Innsbruck, eine französische Austausch-Studentin aus Lyon, starb den Angaben zufolge durch heftige Schläge auf den Kopf. Auch in Endingen schlug der Täter brutal zu. In beiden Fällen verging er sich sexuell an den Frauen.

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Die an den Tatorten sichergestellten DNA-Spuren waren von schlechter Qualität, sagt in Innsbruck der Leiter des Landeskriminalamtes, Walter Pupp. Dennoch gelang es, sie eingehender zu analysieren und hochzurechnen, wie es heißt. So brachten sie die Ermittler auf die entscheidende Spur. Deutsche und österreichische Behörden arbeiten nun eng zusammen. "Es handelt sich zweifelsohne um einen sehr gefährlichen Täter", sagt Chefermittler Pupp, mit einer "schweren psychischen Störung". Dies zeige der Ablauf beider Taten.

Ein Schwerpunkt der Ermittlungen könnte jetzt die Speditions- und Fernfahrerbranche sein, sagt Pupp. Der Grund: Bei der Tat in Österreich benutzte der Täter als Tatwaffe eine Eisenstange, die bei hydraulischen Hebesystemen zum Einsatz kommt, zum Beispiel bei Hubwagen oder zum Abkippen von Lkw-Führerkabinen. Auch in Endingen wurde mit einem schweren Gegenstand, laut Polizei vermutlich einer Eisenstange, zugeschlagen.

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rut/news.de/dpa

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