24.01.2017, 16.08 Uhr

Droht Europa zu erfrieren?: Forscher warnen vor neuer EISZEIT: Golfstrom-Kollaps steht bevor

Forscher warnen schon lange vor den Folgen des Klimawandels. Nun könnte es Europas Nordwesten besonders hart treffen. Denn der Golfstrom wird immer schwächer. Droht uns nun eine neue Eiszeit?

Steht Europa eine neue Eiszeit bevor? Bild: dpa

Der Golfstrom hat sich einer Studie zufolge im Laufe des 20. Jahrhunderts so stark verlangsamt wie anscheinend seit tausend Jahren nicht. Und ja, der Klimawandel scheint sich auch kaum noch aufhalten zu lassen. Schon gar nicht, wenn man die Politik des neuen US-Präsidenten Donald Trump verfolgt, der das Thema Klimawandel bereits vollständig von seiner Agenda gestrichen hat.

Wissenschaftler vermuten Klimawandel hinter schwachem Golfstrom

Dabei warnen Forscher schon seit geraumer Zeit, dass besonders in den letzten Jahrzehnten sich die warme Meeresströmung deutlich abgeschwächt hat. So steht es in einem Bericht eines internationalen Forscherteams um Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) im Fachjournal "Nature Climate Change". Mögliche Ursache der Abschwächung sei der Klimawandel, vermuten die Wissenschaftler.

Umwälzungsströmung schwächt sich durch Klimawandel ab

Der Rückgang der Meerestemperatur südlich von Grönland liege offenbar daran, dass sich die große Umwälzströmung im Atlantik, die sogenannte Atlantic Meridional Overturning Circulation (AMOC), im 20. Jahrhundert deutlich abgeschwächt hat. Seit 1990 habe sie allerdings wieder ein wenig an Kraft gewonnen. Der Golfstrom ist Teil dieser Umwälzströmung.

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In 300 Jahren könnte Nordeuropa nahezu unbewohnbar sein

Da sich diese dieser Prozess nun immer mehr verlangsamt, wurde ein Kollaps des Golfstroms vorausgesagt, der wohl in 300 Jahren eintreten wird. Die Temperaturen in Nordeuropa und Großbritannien würden dann um 7 Grad niedriger liegen als bisher - und damit kaum mehr bewohnbar sein.

Die Ursache der Abschwächung des Golfstroms

Als Ursache der Abschwächung haben die Forscher den Klimawandel im Verdacht. Durch die Erwärmung schmelze immer mehr Eis auf Grönland, das als Süßwasser ins Meer fließe. Das verändere die Dichte des Meerwassers und dadurch auch das Strömungsverhalten. Der Golfstrom werde langsamer. "Dieser Effekt könnte noch zunehmen, wenn die weltweiten Temperaturen weiter ansteigen", sagt Mitautor Jason Box von der Geologischen Forschungsanstalt für Dänemark und Grönland.

Wettermacher: Die Bedeutung des Golfstromes für Europa

Der Golfstrom sorgt für das meist milde Klima in West- und Mitteleuropa, da er Wärme von der Karibik transportiert. Eine Verlangsamung der Meeresströmung beträfe nicht nur das Meer, sondern auch das Klima bei uns. "Das relativ kalte Wasser im Nordatlantik kann bis nach Europa hinein leicht kühlend wirken, am stärksten in Küstennähe", sagte Rahmstorf. "Einige Studien deuten auch auf einen Zusammenhang zwischen den Wassertemperaturen im Nordatlantik und den Wintertemperaturen in Nordeuropa hin." Die anhaltende Erwärmung der Landmassen werde durch die Abkühlung über dem Nordatlantik aber wohl kaum verringert.

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gea/news.de/dpa

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