03.01.2017, 14.22 Uhr

Winterwetter  Januar 2017: Bis Minus 20 Grad: Tief Axel stürmt eiskalt durch Deutschland

Feuerwehreinsätze und Zugverspätungen: Tief Axel sorgt in diesen Tagen für kaltes und stürmisches Wetter in Deutschland. Für mehrere Regionen gibt es eine Unwetterwarnung. Die aktuelle Vorhersage finden Sie hier.

Norddeutschland droht eine Sturmflut. Bild: dpa

Teils heftige Sturmböen haben in der Nacht zum Mittwoch deutschlandweit Bäume auf Bahngleise stürzen lassen. Betroffen war vor allem der Norden, sagte ein Bahnsprecher am Morgen. In Schleswig-Holstein gab es Probleme auf den Fernverkehrsstrecken von Hamburg nach Kiel und von Hamburg nach Westerland. In Niedersachsen musste die Bahnstrecke von Bremen nach Hannover zwischen Eystrup und Nienburg gesperrt werden. Der Fernverkehr wurde weiträumig umgeleitet. Lokal fuhr ein Ersatzverkehr mit Bussen.

In Mecklenburg-Vorpommern musste die Strecke zwischen Hamburg und Schwerin bei Holthusen gesperrt werden. Die Züge wurden über Ludwigslust umgeleitet, was zu Verspätungen führte. In Nordbayern kollidierte ein Regionalzug bei Schwarzenbach an der Saale mit einem umgestürzten Baum. Personen kamen nicht zu Schaden.

Ferner kam es in Folge des über Norddeutschland hinweggezogenen Sturmtiefs Axel in Hamburg zu 20 Feuerwehreinsätzen. Auch hier gab es keine Verletzten, wie ein Sprecher am Mittwochmorgen sagte. Die Einsätze beschränkten sich demnach auf vollgelaufene Keller, überspülte Straßen und umgestürzte Bäume. "Es war im Vergleich zu anderen Unwettern eine ruhige Nacht", betonte der Sprecher.

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Wetter im Januar 2017 aktuell: Tief Axel fegt mit Schneesturm über Deutschland

Laut Deutschem Wetterdienst bleibt es weiter ungemütlich. Für Gebiete im Süden, Südwesten, Nordwesten und der Mitte Deutschlands wurden Unwetterwarnungen herausgegeben. Im Norden und Osten drohen Sturm, im Bergland zudem zum Teil starke Schneefälle mit Schneeverwehungen, wie aus dem Warnlagebericht am Mittwochmorgen hervorgeht. An der Nordsee und auf exponierten Berggipfeln müsse mit orkanartigen Böen gerechnet werden.

VIDEO: Tief "Axel" bringt Schneemassen und Sturmböen
Video: dpa

Der Wind lässt der Vorhersage zufolge in der Nacht zum Donnerstag allmählich nach. Oberhalb von 400 Metern seien bisher im Harz bis zu 20 Zentimeter, im Thüringer Wald, Frankenwald, Fichtelgebirge, Oberpfälzer Wald, Bayerischen Wald und Erzgebirge etwa bis zu zehn Zentimeter Neuschnee gefallen. Mit mehr sei zu rechnen, warnten die Meteorologen in Offenbach.

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Sturmflut an der Ostseeküste erwartet - Hoher Füllungsgrad der Ostsee

An der deutschen Nordseeküste warnte das Bundesamt für Seeschifffahrt (BSH) vor einer Sturmflut in den frühen Morgenstunden. Das Morgen-Hochwasser werde etwa 1,50 Meter höher das mittlere Hochwasser ausfallen. Im Weser- und Elbgebiet sogar bis zu zwei Meter.

Und es geht unruhig weiter: Auf die deutsche Ostseeküste könnte am Mittwoch und in der Nacht zu Donnerstag die schwerste Sturmflut seit mehr als zehn Jahren zurollen. Eine schwere Sturmflut mit Werten über 1,50 Meter über dem normalen Wasserstand ist nach Angaben des BSH auch dort nicht auszuschließen. Ursache ist nicht nur Tief Axel - auch führt die Ostsee zurzeit besonders viel Wasser, weil der Westwind in den vergangenen Tagen viel Nordseewasser in das Nachbarmeer gedrückt hat.

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"Einige werden sich wundern, warum es deshalb bei moderaten Windstärken hohe Wasserstände geben wird", sagte Jürgen Holfort vom BSH. Bei einem hohen Füllungsgrad der Ostsee - wie aktuell - reiche selbst ein kleinerer Sturm aus, um eine größere Sturmflut zu bewirken. Ähnlich schwere Sturmfluten hatten die deutsche Ostseeküste nach Angaben des BSH am 21. Februar 2002 und am 1. November 2006 erreicht.

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bua/sam/news.de/dpa

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