Skeptiker kritisieren Astrologen: So krass lagen Wahrsager in diesem Jahr daneben

Ein Verein nimmt regelmäßig Voraussagen von Wahrsagern unter die Lupe: Da stimme praktisch nichts in diesem Jahr - etwa beim Thema Flüchtlinge. Der Astrologen-Verband bemängelt die Vorgehensweise.

Der Blick in die Kristallkugel war laut einer Skeptiker-Vereinigung in diesem Jahr eher mangelhaft. Bild: Sebastian Kahnert/dpa

Viele wollen wissen, was die Zukunft bringt. Hellseher, Astrologen und Wahrsager bedienen dieses Bedürfnis. Von deren Prognosen sei aber 2016 praktisch nichts eingetreten, meint zumindest die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP). Sie setzt sich jedes Jahr kritisch mit Wahrsagern auseinander und legte am Donnerstag ihre diesjährige Bilanz vor. Beim Astrologen-Verband stieß sie auf Kritik.

GWUP entlarvt Vorhersagen von Wahrsagern für 2016

Nicht eingetroffen ist beispielsweise ein laut der Gesellschaft für Mitte des Jahres vorausgesagter Rücktritt der Bundesregierung wegen der Flüchtlingskrise. An anderer Stelle sei angedeutet worden, Angela Merkel (CDU) werde auf eine weitere Kanzlerkandidatur verzichten.

Flüchtlinge begehrtes Thema bei Astrologen

Gerade das Thema Flüchtlinge sei "verhältnismäßig häufig vorgekommen", sagt der Mathematiker Michael Kunkel von der GWUP. "Das Thema wurde aufgebauscht, sogar bis hin zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Flüchtlingen und Deutschen."

Wahrsagern entgeht Wahlsieg von Donald Trump

An den Wahrsagern völlig vorbeigegangen sei der Erfolg von Donald Trump bei der US-Präsidentenwahl. "Den hatte niemand auf der Rechnung, den ich untersucht habe", sagt Kunkel. "Man hat es einfach nicht für möglich gehalten." Auch ausgesprochen düstere Prognose habe es gegeben. So habe in Deutschland eine Astrologin vorausgesagt, das Land werde von Säure zersetzt. Den Weltuntergang habe eine Sekte aus den USAauf den 29. Juli terminiert - ein zweites Mal dann für den 31. Oktober.

Skeptiker-Verband untersuchte 60 Wahrsager

Analysiert wurden von der GWUP diesmal etwa 60 namentlich bekannte Wahrsager und Astrologen. Die Aussagen stammten in den meisten Fällen aus dem Internet. Die GWUP mit Sitz in Roßdorf bei Darmstadt legt seit den 1990er Jahren eine solche Analyse vor und setzt sich nach eigenen Angaben für Aufklärung und kritisches Denken ein.

Lesen Sie hier: Brexit und Terror! Wahrsagerin prophezeit das Ende Europas.

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