Mordfall Maria L. in Freiburg: Nach der Festnahme: DAS passiert jetzt mit dem Täter (17)

In Freiburg wird die Studentin Maria L. vergewaltigt und getötet. Ein einzelnes Haar führt die Polizei zum Täter. Ein 17-jähriger Flüchtling wird festgenommen. Welche Strafen ihm drohen und wie die Politik reagiert, lesen Sie hier.

In Freiburg wurde eine 19-jährige Studentin vergewaltigt und ermordet. Der mutmaßliche Täter soll ein 17-jähriger Flüchtling gewesen sein. Bild: Patrick Seeger/dpa

Sieben Wochen nach dem Verbrechen, das nicht nur Freiburg erschüttert hat, sieht sich die Polizei am Ziel. Einer Streifenwagenbesatzung im Stadtteil Littenweiler, nicht weit vom Tatort entfernt, fällt ein junger Mann mit rasierten Schläfen und Zopf auf. Die zwei Polizisten bringen ihn zur Kriminalpolizei.

Ermordete Studentin Maria L. (19): DNA-Test soll Täter überführt haben

Diese ist sich nach einem DNA-Abgleich sicher: Der 17-Jährige ist der Gesuchte. Er soll die 19 Jahre alte Studentin Maria L. vergewaltigt und ermordet haben. Es ist ein junger Mann aus Afghanistan. Er kam 2015 als unbegleiteter Flüchtling nach Deutschland, lebte in Freiburg bei einer Pflegefamilie. Nun sitzt er in Untersuchungshaft.

"Bei aller Tragik des Geschehens freuen wir uns über diesen Erfolg", sagt der Freiburger Polizeipräsident Bernhard Rotzinger in einer Pressekonferenz. Die Polizei stand in dem Fall unter Druck. Am Samstag, einen Tag nach der Festnahme, präsentierte sie erste Details.

Mutmaßlicher Mörder von Maria L. ließ Haar am Tatort zurück

Die Beamten sind sich sicher: Sie haben den Täter gefunden. Ihm werden Vergewaltigung und Mord zur Last gelegt, sagt Oberstaatsanwalt Dieter Inhofer. Der 17-Jährige äußere sich nicht. Doch die Beweise seien eindeutig. Zum Verhängnis wurde dem Mann ein einzelnes Haar seiner auffälligen, gefärbten Frisur.

Die Polizei mähte für ihre Ermittlungen einen Brombeerstrauch am Uferrand, packte diesen in drei Säcke und schickte ihn zur Untersuchung zum Landeskriminalamt (LKA) nach Stuttgart. Dort fanden Analytiker Wochen später ein 18,5 Zentimeter langes schwarzes, blondiertes Haar, an dessen Wurzel männliche DNA gesichert wurde.

Damit war klar: Der Täter hat eine auffällige Frisur. Zudem fand sich im Flussbett ein Schal. Auch er gehörte, wie sich erst später herausstellte, dem Tatverdächtigen.

Verdächtiger von Überwachungskamera gefilmt

Die Polizei entdeckte den Mann später auf einem Überwachungsvideo: Der 17-Jährige mit der auffallenden Frisur und dem Schal war in der Tatnacht in der Nähe des Tatorts, einem gut bürgerlichen Freiburger Stadtteil, mit der Bahn unterwegs. Er wurde polizeiintern zur Fahndung ausgeschrieben - und zwei Tage später durch Zufall in dem Wohngebiet entdeckt. Polizisten erkannten ihn an der Frisur. Er und das Opfer lebten im gleichen Stadtteil. Ob sie sich kannten, ist noch unklar. Das Umfeld des Mannes wird nun untersucht.

Kannten sich Täter und Opfer?

Die Medizinstudentin Maria L. aus dem baden-württembergischen Enzkreis, die zum Studieren ins idyllische Freiburg gekommen war, hatte Mitte Oktober an der Universität eine Studentenparty ihrer Fachschaft besucht und war nachts mit ihrem Fahrrad alleine auf dem Weg nach Hause. Am Fluss Dreisam, direkt neben dem Stadion des Fußball-Erstligisten SC Freiburg, wurde sie Opfer des Verbrechens.

Am Morgen danach fand man ihre Leiche im Fluss. Todesursache ist Ertrinken, sagt Chefermittler David Müller. Ob sie ertränkt wurde oder bewusstlos im Wasser lag und dann starb, ist noch unklar. Die Studentin soll zudem in der Flüchtlingshilfe in Freiburg aktiv gewesen sein. Noch wollte sich die Polizei nicht dazu äußern, ob Täter und Opfer sich kannten.

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