71 Tote wegen Sparwahn?: Schwere Vorwürfe gegen Unglücks-Airline "LaMia"

Der Fußballmannschaft von Chapecoense wurde auf dem Weg zum Finale um den Südamerika-Cup eine zu knappe Treibstoffplanung zum Verhängnis. Der Absturz hat erste Konsequenzen für die verantwortliche Airline.

Vorbereitungen für die Totenwache: Die Särge der Opfer des Flugzeugunglücks in Medellin, Kolumbien, am 1. Dezember. Bild: Mauricio Duenas Castaneda/dpa

Nach der Flugzeugkatastrophe in Kolumbien mit 71 Toten konzentrieren sich die Ermittlungen auf die für den Charterflug mit der Fußballmannschaft Chapecoense zuständige Fluggesellschaft LaMia. Die bolivianische Regierung entzog LaMia mit sofortiger Wirkung die Lizenz. Zudem wurde die Spitze der nationalen Luftfahrtbehörde für die Zeit der Ermittlungen freigestellt. Beim Absturz im Landeanflug auf den Flughafen der kolumbianischen Stadt Medellín starben am 28. November 71 Menschen, sechs Passagiere überlebten. Einer der Miteigentümer von LaMia war als Pilot mit an an Bord und starb ebenfalls.

Unglücksflug LaMia 2933: Verzichtete der Pilot aus Spargründen auf einen Tankstopp?

Die Maschine war von dem brasilianischen Club Chapecoense gechartert worden, der zum Finalhinspiel um den Südamerika-Cup gegen den Club Atlético Nacional aus Medellín antreten sollte. Nach der Anreise aus Brasilien startete der Unglücksflug vom Flughafen im bolivianischen Santa Cruz Richtung Medellín. Der Maschine ging kurz vor der Landung der Treibstoff aus. Es wird spekuliert, ob der Miteigentümer, der alsPilot mit an Bord war, aus Spargründen auf einen Tankstopp verzichtet haben könnte: "LaMia 2933 hat einen Totalausfall, Totalausfall der Elektronik, ohne Treibstoff", hatte der Pilot wenigeMinuten, bevor das Flugzeug vom Radar verschwand, gemeldet.

Medellín: Treibstoffmangel als Absturzursache wird immer wahrscheinlicher

Da der Pilot aber Minuten zuvor nur eine Priorität bei der Erteilung der Landeerlaubnis gemeldet hatte, aber keinen Notfall, war zunächst vom Tower in Medellín einem anderenFlugzeug die Landeerlaubnis erteilt worden. Es soll ebenfalls Probleme gemeldet haben. Dadurch musste das Flugzeug mit derFußballmannschaft in eine Warteschleife, rund 30 Kilometer vom Flughafen entfernt stürzte es an einem Berg ab. Da es keine Explosion gab, hatten die Behörden frühzeitig auf Treibstoffmangel als wahrscheinliche Absturzursache hingewiesen.

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