Entscheidung zu Immobilie in Braunau am Inn: Hickhack um Zukunft von Hitlers Geburtshaus nach Enteignung

Im beschaulichen Städtchen Braunau am Inn sorgt eine Immobilie für Zoff - der Zankapfel ist unter der Adresse Salzburger Vorstadt 15 zu finden und ist das Geburtshaus von Adolf Hitler. Jetzt ist die Entscheidung gefallen, dass die Immobilie enteignet ist - doch wie sieht die Zukunft des Bauwerks aus?

Das einst denkmalgeschützte Haus in Braunau am Inn, in dem Adolf Hitler 1889 geboren wurde, wird offiziell enteignet - doch was danach mit dem Haus geschieht, ist noch nicht entschieden. Bild: Christian Bruna / EPA FILE / picture alliance / dpa

Es ist beschlossene Sache: Das Haus in Braunau am Inn, in dem Adolf Hitler 1889 geboren wurde, kann offiziell enteignet werden. Zu diesem Entschluss kamen einem Bericht auf "msn.com" zufolge die Mitglieder des Innenausschusses des Nationalrats, auch Vertreter der Grünen sowie die liberale Partei NEOS hätten grünes Licht für den Gesetzentwurf gegeben, der vom österreichischen Innenminister Wolfgang Sobotka vorgelegt wurde. Lediglich die populistischen Parteien FPÖ und das Team Stronach haben offenbar gegen die Enteignung votiert.

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zurück Weiter 1997 verkauften geschäftsfreudige Weinhersteller Rotwein mit der Aufschrift «Führerwein - Schwarzer Tafelwein» im Adria-Badeort Jesolo für 11.000 Lire pro Flasche. (Foto) Foto: picture-alliance / dpa / Andrea Merola Kamera

Enteignung des Geburtshauses von Adolf Hitler in Braunau am Inn ist fix

Wie genau es nach der Entscheidung zur Enteignung der Immobilie, die die Adresse Salzburger Vorstadt 15 trägt, weitergeht, will der Innenminister nun mit dem ÖVP-Politiker Josef Pühringer und dem Bürgermeister der Stadt Braunau am Inn, Johannes Waidbacher, klären. Unklar ist noch, ob das im 17. Jahrhundert erbaute Gebäude abgerissen wird oder eine Umgestaltung erfährt. Um für letztgenannte Möglichkeit vorbereitet zu sein, will Sobotka einen Architekten-Wettbewerb ausschreiben, in dem Vorschläge zur Umgestaltung des Hitler-Hauses eingereicht werden können.

Keine Nazi-Pilgerstätte: Architektenwettbewerb zu Hitler-Haus geplant

Für Wolfgang Sobotka ist die Mission klar: Das Geburtshaus von Adolf Hitler soll keine Pilgerstätte für Nazis werden. Deshalb sieht es der ÖVP-Politiker als zwingend erforderlich an, das Gebäude in Braunau am Inn architektonisch so umzugestalten, dass nichts mehr an die einstige Fassade erinnert. Als mögliche Nutzungen des Geburtshauses Adolf Hitlers stehen der Einsatz als Verwaltungstrakt oder als Anlaufstelle für sozialpädagogische Dienste im Raum, hieß es.

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zurück Weiter Hitlers Größenwahn spiegelt sich auch im Flughafen Berlin-Tempelhof wieder. Für seine Welthauptstadt Germania musste ein entsprechender Flugplatz her. (Foto) Foto: picture-alliance / dpa / Rainer Jensen Kamera

Vollzogen werden soll die Enteignung von Hitlers Geburtshaus in Braunau am Inn Anfang 2017. Erst danach kann final entschieden werden, wie die Immobilie weitergenutzt wird oder ob doch der Abriss droht. Durch die Enteignung kann frei über die Zukunft des Hauses entschieden werden, da der Denkmalschutz kein Mitspracherecht mehr hat.

Seit mehr als sechs Jahrzehnten befand sich das Haus in Privatbesitz, doch die Hauseigentümerin konnte sich mit der österreichischen Regierung nicht auf einen Nutzungszweck der Immobilie einigen. In den vergangenen Jahren beherbergte das Haus unter anderem eine Werkstätte für Behinderte und wurde als Bibliothek genutzt.

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loc/fka/news.de/dpa

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