15.11.2016, 08.56 Uhr

Mordfall Carolin G.: Ermordete Joggerin († 27): Hat die Polizei eine heiße Spur?

Im Fall der ermordeten Joggerin Carolin bei Freiburg ist die Polizei auf Spurensuche. Den Tatort untersuchen Spezialisten, im Labor werden die Spuren ausgewertet. Die junge Frau wurde sexuell missbraucht und anschließend ermordet.

Carolin G. wurde beim Joggen ermordet. Bild: Polizei Endingen

Nach dem Mord an der 27-jährigen Joggerin Carolin Gruber bei Freiburg setzt die Polizei auf die Auswertung der Spuren vom Tatort. Diese würden von Spezialisten des Landeskriminalamtes (LKA) in Stuttgart untersucht und mit Spuren anderer Taten abgeglichen, sagte ein Polizeisprecher. Mit Ergebnissen werde in den nächsten Tagen gerechnet. Ob am Tatort in Endingen auch biologische Spuren des Täters gefunden wurden, sei noch unklar. Die junge Frau wurde sexuell missbraucht und ermordet.

Lesen Sie auch: Rudi Cerne bittet um Mithilfe im Fall Carolin bei "Aktenzeichen XY"!

Carolin Gruber aus Endingen: Mord und Missbrauch in den Weinbergen

Die 27-jährige Carolin aus Endingen war am Sonntag vor einer Woche nicht vom Joggen zurückgekehrt. Ihre Leiche wurde am Donnerstag von einem Polizeihund in einem kleinen Waldstück in den Weinbergen des Ortes gefunden.

Die Spurensuche am Tatort gehe weiter, teilte die Polizei mit. Das ganze Wochenende suchten Beamte den Tatort ab, hieß es zuletzt. Dies sei der Schwerpunkt der derzeitigen Ermittlungen. Frühestens Anfang der Woche könne mit Ergebnissen gerechnet werden. Das Gebiet rund um den Tatort bleibe großräumig abgesperrt. Aus der Bevölkerung seien rund 200 Hinweise eingegangen. Eine entscheidende Spur habe sich allerdings bislang nicht ergeben.

Fall Carolin: Sonderkommission ermittelt nach Tod von Joggerin - gibt es eine heiße Spur?

Die 40 Beamte zählende Sonderkommission "Erle" bearbeitet den Fall. Geprüft wird vor allem, ob es einen Zusammenhang zu einem ähnlichen Fall gibt. Im 30 Kilometer von Endingen entfernten Freiburg war Mitte Oktober eine 19 Jahre alte Studentin vergewaltigt und getötet worden. Die Medizinstudentin war mit ihrem Fahrrad auf dem Heimweg von einer Party, als sie am Uferweg des Flusses Dreisam Opfer des Verbrechens wurde. Der Täter ist noch nicht gefasst.

Zudem wurde immer wieder auf einen weißen BMW hingewiesen, dessen Fahrer angeblich Passanten angesprochen und in einem Fall eine junge Frau verfolgt haben soll. Dazu erklärte SOKO-Leiter Richard Kerber auf der Pressekonferenz: "Diese Person ist bekannt."

Wurde Carolin Opfer eines Serienkillers?

Beide Taten trügen das gleiche Bild, hatte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Freitag gesagt. Die Behörde ermittelt in beiden Fällen wegen Mordes und bittet um Hinweise der Bevölkerung. Im Freiburger Fall hat sie eine Belohnung von 6.000 Euro ausgesetzt. Wurde Carolin Opfer eines Serienkillers? Den Angaben zufolge gibt es bislang keinen Tatverdächtigen und keine heiße Spur.

In 9.000 Einwohner zählenden Endingen bestimmt Trauer das Bild. Menschen legen an einem Brunnen in der Innenstadt Blumen ab und stellen Kerzen auf, in Gottesdiensten wurde der Getöteten gedacht. Zudem sagten mehrere regionale Fußballclubs nach dem Mord an der jungen Frau ihre Spiele ab. Die Getötete hatte in ihrer Freizeit im örtlichen Fußballverein gespielt.

Mordfall Carolin Gruber bei "Aktenzeichen XY - ungelöst"

Nach den Morden im Raum Freiburg setzen die Ermittler auf einen Fahndungsaufruf in der Fernsehsendung "Aktenzeichen XY - ungelöst". Die beiden ungeklärten Fälle werden kurzfristig in die Sendung aufgenommen, teilten die Verantwortlichen am Montag mit. Moderator Rudi Cerne werde um Hinweise bitten. Die Sendung kommt an diesem Mittwoch (16. November), 20.15 Uhr, live im ZDF.

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