Keine Sozialwohnung frei: Deutsches Paar muss im Flüchtlingscontainer hausen

Sie leben am Existenzminimum. Er lebt von einer kleinen Frührente. Sie bekommt Hartz IV und erholt sich von einer Krebserkrankung. Eine Sozialwohnung bekommen sie nicht - und werden in einen Flüchtlingscontainer gesteckt. Obwohl beide Deutsche sind.

Ein deutsches Ehepaar muss in einem Flüchtlingscontainer wohnen. (Symbolbild) Bild: dpa

Uwe und Margitta L. leben am Existenzminimum. Zusammen bekommen der ehemalige Staplerfahrer und seine Frau nur 1.250 Euro. Er bekommt nach eigenen Angaben 600 Euro Frührente, seine Frau erhält 650 Euro Hartz IV. Margitta war im Jahr 2015 an Krebs erkrankt. Von der schweren Erkrankung erholt sie sich nur langsam - sie hat Schmerzen durch Wassereinlagerungen in den Beinen.

Margitta und Uwe L. mussten in Container ziehen

Und dann das! Wie "welt.de" schreibt, wären die beiden um ein Haar obdachlos geworden. Die Stadt Bonn konnte den beiden keine Sozialwohnung zur Verfügung stellen - verfrachtete sie stattdessen kurzerhand in eine Asylunterkunft. Nun leben die beiden in einem Container. 13 Quadratmeter stehen dem Paar nun zur Verfügung. Sie schlafen auf Feldbetten, ihr Hab und Gut ist in Kartons verstaut. Wann sie hier wieder ausziehen können, steht in den Sternen. Margitta L. gegenüber "Welt": "Das ist kein Zuhause. Man kann sich kaum bewegen. Man wird ja hier noch kränker."

Stadt Bonn kann nicht helfen - Langes suchen aus eigener Kraft weiter

Viel Hoffnung macht eine Stadtsprecherin auch nicht. "In Einzelfällen wird es auch in Zukunft nicht zu vermeiden sein, dass Obdachlose in Flüchtlingsunterkünften untergebracht werden, ebenso wie vereinzelt Flüchtlinge in Obdachlosenunterkünfte eingezogen sind." Und sie betont: "Notunterkunft und Containeranlage für Flüchtlinge liegen in diesem Fall sehr nah beieinander. Der Standard der Containeranlage entspricht mindestens dem der Notunterkunft." Das Ehepaar L. sucht nun auf eigene Faust weiter nach einer günstigen Wohnung.

Lesen Sie auch: Immer weniger Sozialwohnungen in Deutschland.

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gea/bua/news.de

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