17 Flüchtlinge in Mercedes Vito: Schlepper betäuben Baby - damit es aufhört zu schreien

Als Polizisten einen Kleinbus bei Wien anhielten, ahnten sie nicht, welch grausames Bild sie erwartet: 17 Männer, Frauen und Kinder zusammengedrängt auf wenigen Quadratmetern inmitten von Urin und Fäkalien - darunter ein betäubtes Baby.

Mafia-Schlepper verdienen jede Menge Geld durch das Leid der Flüchtlinge. Bild: dpa

Illegale Schlepperfahrten, bei denen Flüchtlinge illegal über Grenzen unter menschenunwürdigen Zuständen für eine hohe Summe gebracht werden, sind nichts Neues. Doch jetzt erreichte der Horror einen neue Stufe. Ganze 17 Personen mussten sich in einen VW Bus drängen, bekamen weder zu essen noch zu trinken - selbst ihre Notdurft sollten sie in dem engen Auto verrichten. Doch das Schlimmste war, dass die Schlepper eine Mutter zwangen ihr Baby zu betäuben - damit es während der Fahrt nicht schreit.

5000 Euro für illegale Schlepperfahrt

Um einen Platz in den heißbegehrten Autos zu bekommen, müssen die geflohenen Menschen oft ihr letztes Hab und Gut verkaufen. "Oe24.at" zufolge mussten die Flüchtlinge an die Fahrer 5000 Euro pro Person bezahlen, um anschließend im Laderaum eines Mercedes Vito mit 17 Männern, Frauen und Kindern auf fünf Quadratmeter gepfercht zu werden.

Baby betäubt - es sollte keine Aufmerksamkeit erregen

Außerdem sollen die Syrer, Iraker und Kurden während der gesamten Fahrt nichts zu trinken und zu essen bekommen haben. Frische Luft soll es nur durch das Seitenfenster eines Schleppers gegeben haben.

Um keine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, soll eine Mutter außerdem gezwungen worden sein, ihr acht Monate altes Baby mit einem Betäubungsmittel ruhig zu stellen.

Aufmerksame Autofahrer entlarven die Horror-Schlepper

Doch die Fahrt blieb nicht unbemerkt. Wie "Oe24.at" weiter berichtet, sollen vorbeifahrende Autofahrer auf der A 4 Richtung Wien den Kleinbus und einen Fiat Punto bemerkt haben, die in Kolonne fuhren und verdächtig aussahen.

Die Polizei konnte den Transport bei Schwechat stoppen und drei Personen in Gewahrsam nehmen. Zwei 20-Jährige und ein 37 Jahre alter Syrer sowie ein Mitglied einer Schlepper-Mafia aus Ägypten müssen sich nun vor Gericht verantworten. Gegen alle drei wird nun wegen Schlepperei und fahrlässiger Gefährdung der körperlichen Sicherheit ermittelt. Die Flüchtlinge wurden erstversorgt.

FOTOS: 2015 - Das Jahr der Flüchtlinge Die Flüchtlingskrise in Bildern

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grm/sba/news.de

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