06.09.2016, 15.20 Uhr

Segelunfall im Greifswalder Bodden: Kollision in der Ostsee! Segler rammt Buckelwal

Bei kabbeliger See kollidiert ein Segler im Greifswalder Bodden mit einem Buckelwal. Das raue Wetter und die geringe Wassertiefe könnten nach Einschätzung des Meeresmuseums den Unfall begünstigt haben.

Im Greifwalder Bodden ist ein Segler mit einem Buckelwal kollidiert. Bild: Jose Jacome/dpa

Eine ungewöhnliche Begegnung hatte ein rüstiger Segler beim Befahren des Greifswalder Boddens. Direkt vor ihm tauchte ein verirrter Buckelwal auf, es kam zum Zusammenstoß.

Segler kollidiert mit Buckelwal im Greifswalder Bodden

Ein Segelboot ist bei der Ostsee-Insel Rügen mit einem Buckelwal zusammengestoßen. Der Wal lebt seit einigen Wochen als Irrgast im Greifswalder Bodden. Für den Stralsunder Andreas Kohl, der auch schon über den Atlantik gesegelt ist, war es das spektakulärste Erlebnis auf dem Wasser. Wie der 72-Jährige am Dienstag berichtete, war er am Montag mit seinem sieben Meter langen Boot von Rügen nach Stralsund unterwegs, als er mit dem Wal zusammenstieß.

Lesen Sie hier: Beinahe-Beute – Buckelwale verfehlen Taucher nur knapp.

Andreas Kohl rammt Wal in der Ostsee

"Es hat einen richtigen Bums gegeben", berichtete er. Dann habe sich neben ihm ein Körperteil einen halben Meter aus dem Wasser gehoben. "Ich hatte richtig Schiss bekommen", sagte der Stralsunder der Deutschen Presse-Agentur. Der Greifswalder Bodden ist ein Randgewässer der Ostsee zwischen den Inseln Rügen und Usedom.

Wal bereits seit Juli im Greifswalder Bodden

Nach Angaben des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund war dies bereits die 21. Sichtung des etwa zehn Meter großen Tieres seit Ende Juli. Der Mann habe den Schrecken seines Lebens bekommen, sagte der Direktor des Meeresmuseums, Harald Benke. Kollisionen sind selten. Dabei handele es sich in der Regel - wie auch vermutlich jetzt - um Unfälle. Buckelwale gelten als nicht aggressiv gegenüber dem Menschen, wie Benke sagte.

Raues Wetter führte zu Wal-Kollision

Das raue Wetter am Montag mit bis zu anderthalb Meter hohen Wellen könnte die Kollision begünstigt haben. "Bei solch aufgewühlter See ist es auch unter Wasser laut. Möglicherweise hat der Wal das Boot nicht geortet", ergänzte der Kurator für Meeressäuger, Michael Dähne. Zudem sei der Greifswalder Bodden sehr flach, so dass das Tier nicht - wie es Buckelwale üblicherweise tun - nach unten wegtauchen konnte. Auch war der Segler mit hoher Geschwindigkeit (elf Knoten/20 Kilometer pro Stunde) unterwegs.

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