Von news.de-Volontär Eric Mittmann - 02.09.2016, 15.14 Uhr

4-Meter-Alligator erledigt: Jägerin wird zum Internet-Hit - Ist das wirklich in Ordnung?

Das Töten von Tieren wird von uns immer wieder mit Entsetzen wahrgenommen. Eine US-Amerikanerin veröffentlichte nun Bilder eines von ihr erlegten Alligators - und wird plötzlich dafür gefeiert. Ist das wirklich die angebrachte Reaktion?

Tiffany Sherman Wienke und andere mit ihrem Fang. Bild: www.facebook.com/tiffany.wienke

Wir beklagen uns über getötete Löwen. Wenn Jäger Giraffen, Bären oder Rehe töten, empören wir uns. Selbst wenn Kadaver von Füchsen auf taktlose Art und Weise entsorgt werden, sorgt dies für Entrüstung. Aber wenn eine Frau einen vier Meter langen und mehr als 300 Kilogramm schweren Alligator erlegt und in ihrem Garten zur Schau stellt, sollen wir das plötzlich bejubeln?

Jägerin tötet Vier-Meter-Alligator: Sollte man das wirklich gutheißen?

So zumindest geschehen im Fall der US-Amerikanerin Tiffany Sherman Wienke, die derzeit sowohl auf "Express.de" als auch durch die britische "Daily Mail" gefeiert wird. Die Frau aus dem US-Bundesstaat Mississippi tötete das riesige Tier zusammen mit vier anderen und veröffentlichte die Bilder ihres Fangs dann auf Facebook. 20 Stunden soll sie in einem Boot gewartet haben, bis der sogenannte Goliath Gator anbiss. Der Kampf mit der Riesen-Echse habe dann noch einmal weitere zwei Stunden gedauert.

Zugegeben, keine schlechte Leistung, die auch in den Kommentaren zu den Fotos anerkannt wird. Wienke soll mit dem Fang laut "Express" sogar ein Rekord gelungen sein: Der größte in Mississippi jemals erlegte Alligator. Aber sollte diese "Leistung" tatsächlich weltweites Ansehen erhalten? Ist unser Verhalten in diesem Fall nicht etwas scheinheilig?

Tiffany Sherman Wienke ist eine große Leistung gelungen. Das Töten eines Tieres rechtfertigt dies aber noch lange nicht - und mit Sicherheit keinen Beifall.

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mie/saw/news.de

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