Sachsen-Anhalt: SEK schießt Ex-Mister-Germany nieder

Als "Reichsbürger" widersetzt sich ein Mann einer Zwangsräumung. Zum zweiten Anlauf rückt die Polizei mit dem SEK an. Der 41-Jährige ist kein Unbekannter und wehrt sich. Dann fallen Schüsse.

Miss und Mister Germany 1998. Bild: dpa

Bei einer Zwangsräumung bei einem sogenannten Reichsbürger in Sachsen-Anhalt ist es zu einer Schießerei mit drei Verletzten gekommen. Der 41 Jahre alte Bewohner des Geländes in Reuden bei Zeitz wurde bei dem Schusswechsel am Donnerstag schwer verletzt, wie eine Polizeisprecherin in Halle sagte. Der Mann kam mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus. Zwei Beamte des Spezialeinsatzkommandos (SEK) seien leicht verletzt worden.

Bei Zwangsräumung: SEK schießt ehemaligen "Mister Germany" nieder

Wie verschiedene Medien berichten, handelt es sich bei dem 41-Jährigen um den ehemaligen "Mister Germany" Adrian U. 1998 wurde Adrian zum schönsten Mann Deutschlands gekürt. Inzwischen ist er Anhänger der sogenannten Reichsbürger, die die Bundesrepublik nicht anerkennen. Er gründete sogar den Mini-Staat "Ur", und kam so immer wieder in den Konflikt mit den Behörden.

Unklar wer zuerst geschossen hat

Sowohl Adrian U., als auch Polizisten hätten nach ersten Erkenntnissen geschossen. Von wem der Schusswechsel ausging, war den Angaben zufolge zunächst unklar. Experten des Landeskriminalamts begannen am Mittag damit, das Geschehen zu rekonstruieren.

Die Polizei war am Morgen mit einem Großaufgebot und SEK nach Reuden gekommen, um die Zwangsräumung durch einen Gerichtsvollzieher zu unterstützen. Ein erster Versuch sei am Vortag gescheitert, sagte die Polizeisprecherin weiter. Es sei um eine nicht beglichene Grundschuld gegangen.

Unterstützer greifen Polizisten an

Am Donnerstag seien neben dem ehemaligen "Mister Germany" rund 15 weitere Menschen auf dem Gelände gewesen. Sie hätten die angemeldeten Behördenvertreter mit Pflastersteinen und weiteren Gegenständen beworfen, wie die Polizei weiter mitteilte. Dann seien Schüsse gefallen.

Einer der verletzten SEK-Beamte habe eine Halsverletzung, die von der Schießerei herrühren könnte, sagte die Polizeisprecherin weiter. Der zweite Beamte sei von einem der Unterstützer gebissen worden.

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jko/saw/news.de/dpa

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