Sexueller Missbrauch: Erneut Missbrauchsvorwürfe gegen katholischen Kardinal

Schon wieder erschüttert ein Missbrauchsskandal die katholische Kirche. Ein ranghoher Kardinal soll sich in den 1970er Jahren mehrfach an kleinen Jungen vergangen haben. Der streitet die Vorwürfe ab. Aber was ist vor rund 40 Jahren wirklich passiert?

Dem australischen Kardinal George Pell wird sexueller Missbrauch von Kindern vorgeworfen. Bild: Jane Dempster/dpa

Die Polizei in Australien untersucht Missbrauchsvorwürfe gegen Kardinal George Pell. Die Staatsanwaltschaft berate darüber, ob es zu einer Anklage gegen den ranghöchsten Kardinal des Landes kommen soll, bestätigte der Polizei-Hauptkommissar im Bundesstaat Victoria, Graham Ashton, dem Radiosender 3AW am Donnerstag.

Missbrauchsvorwürfe gegen australischen Kardinal

Der Sender ABC hatte zuvor am Mittwochabend von Ermittlungen gegen Pell wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern berichtet. Zwei Männer sagten dem Sender ABC, dass sie als Kinder in den 1970er Jahren von Pell in einem Schwimmbad belästigt worden seien. Ein weiterer Mann berichtete in der Sendung "7.30", Pell habe sich in den 1980er Jahren vor Jungen in einem Umkleideraum am Strand entblößt.

"Verleumdungskampagne": Kardinal bestreitet Missbrauchsvorwürfe

Pell wies die Vorwürfe zurück. "Behauptungen, dass er irgendjemanden, irgendwo zu irgendeinem Zeitpunkt sexuell missbraucht habe, sind völlig unwahr und komplett falsch", heißt es in einem Schreiben seines Büros in Rom an ABC. Pell, der als Budgetverantwortlicher heute die Nummer drei in der Vatikan-Hierarchie ist, bezeichnete die gegen ihn erhobenen Vorwürfe als "Verleumdungskampagne".

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