Terror in München: Amokläufer war angeblich Rassist und Hitler-Fanatiker

Nach dem Amoklauf in einem Münchner Einkaufszentrum sind die Hintergründe der Tat immer noch unklar. Über den Täter werden immer mehr grausame Details bekannt. Alle aktuellen Infos hier im News-Ticker.

Bei einem Amoklauf in München erschoss ein Attentäter neun Menschen und tötete sich anschließend selbst. Bild: Sven Hoppe/dpa

Bei einem Amoklauf in München am vergangenen Freitag tötete der Angreifer David Ali S. neun Menschen und erschoss sich anschließend selbst. Nur langsam kommen Details zu den Umständen der Horror-Tat ans Licht. Hier lesen Sie alle aktuellen Ermittlungsergebnisse.

  • Amokläufer angeblich Rechtsextremist
  • Tat sein einem Jahr geplant
  • Angreifer David Ali S. litt unter Depressionen
  • München unter Schock
  • Jugendlicher wegen möglicher Vorbereitung für Amoktat festgenommen

+++ Jugendlicher wegen möglicher Vorbereitung für Amoktat festgenommen +++

Ein 15-Jähriger ist in Baden-Württemberg wegen Vorbereitung einer Amoktat festgenommen worden. Der Jugendliche hatte nach Angaben der Polizei im Internet Fotos und Zeichnungen veröffentlicht, die auf eine mögliche Amoktat hindeuteten.

Er soll zudem im Chatkontakt mit dem Amokläufer von München gestanden haben. Es gebe aber keine Hinweise auf Mittäterschaft oder darauf, dass der Jugendliche vorher von der Münchner Bluttat gewusst habe. Der Jugendliche wurde im Kreis Ludwigsburg festgenommen. Er ist inzwischen in die Jugendpsychiatrie aufgenommen worden.

+++ Täter Ali David S. angeblich Rassist +++

Laut Medienberichten soll der Amokläufer von München ein überzeugter Rassist mit einem rechtsextremistischen Weltbild gewesen sein. Laut der "F.A.Z." habe er es als eine Ehre empfunden, am gleichen Tag wie Adolf Hitler geboren worden zu sein. Er soll stolz darauf gewesen sein, als Iraner und Deutscher ein "echter" Arier zu sein – der Iran galt ursprünglich als die Geburtsstätte der Arier.

Türken und Araber habe er hingegen gehasst. Aktuell wird geprüft, ob er bei seinem Amoklauf gezielt Menschen ausländischer Herkunft getötet hat – alle Opfer hatten demnach einen Migrationshintergrund.

Ein Minutenprotokoll der Ereignisse am Freitagabend
Anschlag in München
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+++ Amoklauf über 1 Jahr geplant +++

Der Attentäter soll seinen Amoklauf bereits seit einem Jahr im Voraus geplant und gezielt am fünften Jahrestag des Anschlags durch den norwegischen Rechtsextremisten Anders Behring Breivik ausgeführt haben. Zudem soll er – ähnlich wie Breivik – ein eigenes, schriftliches Manifest hinterlassen haben.

+++ Angreifer litt unter Depressionen +++

Anfangs schloss die Polizei ein politisches Motiv für die Tat aus. So soll Ali David S. bereits im Jahr 2015 wegen Depressionen in Behandlung gewesen sein. Laut Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch habe er an einer sozialen Phobie gelitten und Angstzustände bekommen, wenn er in Kontakt mit fremden Menschen kam. Der Attentäter soll seit 2012 gemobbt worden sein, in seinem Haus wurden Psychopharmaka gefunden.

Einen Überblick über frühere Erkenntnisse zum Amoklauf in München lesen Sie hier!

FOTOS: Terror und Ausnahmezustand in München Schießerei am Olympia-Einkaufszentrum fordert Tote und Verletzte
zurück Weiter Polizisten mit Maschinenpistolen stehen in München am Hauptbahnhof und sichern das Gelände. (Foto) Foto: Andreas Gebert/dpa Kamera

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jat/ife/news.de/dpa

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