"Vom Pentagon vergiftet": Onkel zwingt Nichte mit dreister Lüge zum Sex

Er schüchterte seine Nichte ein und zwang sie zum Sex. Sie werde vom Pentagon überwacht und müsse mit ihm intim werden, um nicht ins Heim zu kommen, behauptete er. Das Mädchen glaubte ihm. Jetzt ist das Urteil gefallen.

Mit einer dreisten Lüge zwang sein Onkel seine Nichte zum Sex (Symbolbild). Bild: pegbes/fotolia

Mit einer erfundenen Überwachungsgeschichte rund um das US-Verteidigungsministerium hat ein 30-Jähriger aus Niederbayern zwei Mädchen immer wieder sexuell missbraucht. Das Landgericht Deggendorf verurteilte ihn dafür am Dienstag zu acht Jahren Haft.

Onkel zwingt Nichte mit Lüge zum Sex

"Sie haben das Vertrauensverhältnis zu ihrer Nichte schamlos ausgenutzt", sagte die Vorsitzende Richterin Gisela Schwack. Neben der 12-jährigen Nichte hatte der Mann auch deren 14 Jahre alte Freundin eingeschüchtert und missbraucht. Das Gericht ordnete zudem die vorbehaltliche Sicherungsverwahrung an. Das bedeutet, dass nach Ende der Haft geprüft wird, ob der Mann freigelassen wird.

Um die Mädchen zum Sex zu zwingen, hatte der Mann in Kurznachrichten an die beiden behauptet, dass sich das Pentagon in deren Handys eingehackt habe. So sei eine ständige Überwachung möglich und die Mädchen müssten ab sofort alle Aufgaben erledigen, die ihnen von "Miss Pentagon" übertragen werden. So sollten sie durch Geschlechtsverkehr dem Mann das Leben retten. Andernfalls würden sie in ein Heim kommen.

"Vom Pentagon vergiftet": 30-Jähriger missbraucht Nichte

Der Mann gaukelte seinen Opfern vor, vom Geheimdienst vergiftet worden zu sein, weil die Mädchen nicht taten, was verlangt wurde. "Sie haben ein perfides Lügengebäude errichtet", sagte die Richterin. Dass die Nachrichten aus dem US-Verteidigungsministerium auf Deutsch, zum Teil sogar auf Bairisch, geschrieben waren, hatte die Mädchen nicht stutzig gemacht. Verurteilt wurde der Angeklagte wegen 19 Fällen in einem Zeitraum von fast eineinhalb Jahren.

Mann bedauert sexuellen Missbrauch vor Gericht

Der Mann hatte zum Prozessauftakt die Übergriffe eingeräumt und den Opfern damit eine Aussage vor Gericht erspart. Dem Geständnis war eine Absprache der Prozessparteien über das Strafmaß vorausgegangen. In seinen letzten Worten vor der Urteilsverkündung hatte sich der 30-Jährige direkt an seine Nichte gewandt, die im Gerichtssaal den Prozess verfolgt hatte. "Es tut mir schrecklich leid, was passiert ist und dass ich dein Vertrauen missbraucht habe. Ich gehöre dafür bestraft." Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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jat/news.de/dpa

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