Museum Auschwitz fordert: Kein "Pokémon Go" auf Ex-Lagergelände

"Pokémon Go" ist in Polen zwar noch nicht offiziell erhältlich, für Furore sorgt es dennoch. Der Grund: Offenbar funktioniert das Spiel selbst auf dem Gebiet der Gedenkstätte Auschwitz, wie aktuelle Bilder zeigen sollen.

Dem Personal der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau fielen bislang nach eigenen Angaben keine Besucher auf, die mit dem Smartphone Monster gejagt hätten. Bild: dpa

Kann man "Pokémon Go" auf dem Gelände der Gedenkstätte Auschwitz spielen? Zumindest wenn man aktuellen Bildern auf Twitter glauben schenken mag, lässt sich diese Frage mit ja beantworten. Darauf zu sehen: Virtuelle Monster vor historischen Gedenktafeln. Das Museum hat nun auf die veröffentlichten Fotos reagiert - und die Macher des Spiels aufgefordert, das Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers aus der App zu entfernen.

"Pokémon Go" in Auschwitz: "Wir gehen davon aus, dass die Bilder echt sind"

"Wir gehen davon aus, dass die Bilder echt sind und es möglich ist, das Spiel auf dem Gelände des Museums Auschwitz-Birkenau zu spielen", sagte Museumssprecher Bartosz Bartyzel am Donnerstag. Die Spielehersteller hätten bereits reagiert, man sei in Kontakt, hieß es. Zum Stand der Gespräche wollte das Museum zunächst keine Angaben machen.

Auf Twitter lösten die Bilder bereits allgemeine Entrüstung aus. "Das ist einfach widerlich", kommentierte eine Nutzerin die Aufnahmen. Eine weitere fragte sich, ob es sich dabei um einen schlechten Scherz handelt.

Hype um neues Pokémon-Spiel: Noch keine Besucher beim Spielen erwischt

Die App von Nintendo und Niantic Labs ist in Polen noch nicht offiziell eingeführt worden. Das Spiel, das auf realen Geo-Daten basiert und meist im Freien gespielt wird, löste trotzdem bereits einen Hype aus. Dem Personal der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau fielen bislang nach eigenen Angaben jedoch keine Besucher auf, die mit dem Smartphone Monster gejagt hätten.

Das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau war das größte deutsche Vernichtungslager in der Zeit des Nationalsozialismus. Dort wurden mehr als eine Millionen Menschen ermordet, zumeist Juden.

Folgen Sie News.de schon bei Facebook, Google+ und Twitter? Hier finden Sie brandheiße News, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

mie/jko/news.de/dpa

Empfehlungen für den news.de-Leser