Polizisten und Soldaten in Gefahr: BKA und BDK warnen vor blutigen IS-Hausbesuchen in Deutschland

Mitte Juni tötete in Frankreich ein radikaler Islamist einen Polizeibeamten und seine Freundin - in ihrem Wohnhaus. Jetzt warnt der Bund Deutscher Kriminalbeamter, aber auch das BKA: Solche gezielten Attacken auf Staatsbedienstete in ihren eigenen vier Wänden können sich auch in Deutschland jederzeit ereignen.

Hat vor islamistischen Attacken nach dem Muster von Magnanville in Deutschland gewarnt: Andre Schulz, Vorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (hier am 3. Februar 2016 auf einer BDK-Veranstaltung in Berlin). Bild: Wolfgang Kumm/dpa

Mitte Juni kam es im französischen Magnanville zu einem furchtbaren Doppelmord: Larossi Abballa, ein 27-Jähriger bekennender Islamist, hatte vor dem Wohnhaus von Jean-Baptiste Salvaing gewartet und tötete den Polizisten schließlich durch mehrere Messerstiche. Er drang ins Haus ein, ermordete die Freundin Salvaings und nahm den dreijährigen Sohn als Geisel. Während seiner Bluttat streamte er das blutige Geschehen via Facebook live ins Netz. Elitepolizisten stürmten letztlich die Räumlichkeiten und töteten Abballa.

Gezielte Attacken von Islamisten auf Polizisten und Soldaten in ganz Europa

In ganz Europa ereignen sich seit geraumer Zeit gezielte Attacken auf uniformierte Bedienstete des jeweiligen Staates: 2013 töteten Dschihadisten in London auf offener Straße einen Soldaten, zuletzt griff eine 15-Jährige IS-Sympathisantin in Bremen einen Polizisten an. Das war im März. Und die beiden Attacken sind keine Einzelfälle.

Passend zum Thema: IS will Europa nach Brexit mit Terror überziehen.

Wie die "Welt" jetzt online berichtet, sind auch die deutschen Behörden zunehmend in Sorge, dass sich Angriffe wie der in Magnanville, bei dem ein Polizist bei sich zu Hause aufgesucht wurde, auch hierzulande ereignen könnten.

BDK: Hinweise auf gezielte dschihadistische Attentate auf Polizeibeamte auch in Deutschland

André Schulz, Vorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK) sagte der Zeitung: "Wir haben Hinweise darauf, dass Attentäter auch bei uns gezielt Polizisten angreifen wollen." Solche Angriffe sollten zeigen, dass auch Sicherheitskräfte sich nicht schützen könnten: "Das soll weitere Unsicherheiten in der Bevölkerung schüren, aber auch mögliche polizeiliche Überreaktionen provozieren", sagte Schulz. Nach Einschätzung des Bundeskriminalamtes (BKA) stünde Deutschland weiterhin im Fadenkreuz des Islamischen Staates.

FOTOS: Islamischer Staat Der IS-Terror in Bildern
zurück Weiter Dieser Screenshot eines Propagandavideos der IS-Miliz zeigt voll verschleierte Frauen mit Gewehren, die angeblich in der syrischen Stadt Al-Rakka operieren. (Foto) Foto: Syriadeeply.org / dpa Kamera

Folgen Sie News.de schon bei Facebook, Google+ und Twitter? Hier finden Sie brandheiße News, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

lid/gea/news.de

Empfehlungen für den news.de-Leser